Snowpenair mit drei Rückkehrern

Kleine Scheidegg

Auf den ersten Blick wird das diesjährige Snowpenair weniger rockig als in früheren Ausgaben. Dafür stehen erstklassige Unterhalter auf der Bühne.

Das Snowpenair auf der Kleinen Scheidegg findet zum drittletzten Mal statt.

Das Snowpenair auf der Kleinen Scheidegg findet zum drittletzten Mal statt.

(Bild: Bruno Petroni)

Die Erfolgsmeldung der Jungfraubahnen kam am Gründonnerstag: Das 21. Snowpenair ist mit 9500 abgesetzten Tickets ausverkauft. Dies war in den letzten Jahren zumeist der Fall – aber nicht ganz immer. Vor drei Jahren etwa wollten sich «nur» um die 5000 Konzertgänger das Programm mit den Headlinern Ronan Keating und Laura Pausini anhören. Das flaue Interesse für Konzerte entspreche einem generellen Trend, sagte Jungfraubahnen-CEO und Snowpenair-Chef Urs Kessler damals. Jedoch liegt auch die Vermutung nahe, dass das damalige Line-up nicht ganz den Geschmack des Publikums getroffen hat.

«Trauffer ist ein Magnet»

Dies kann man heuer nicht behaupten. Ob es die schottische Singer-Songwriterin Amy Macdonald oder der Oberländer Überflieger Trauffer ist, der für das Prädikat «ausverkauft» mehr beigetragen hat? Schwierig zu ­sagen. «Trauffer ist momentan schon ein Magnet», sagt Kessler. Wahrlich: Mit «Schnupf, Schnaps & Edelwyss» hat der Hofstetter sein drittes Nummer-1-Album in Folge gelandet, erfreut sich an vollen Konzerthallen in der ganzen Deutschschweiz und räumte kürzlich bei den Swiss Music Awards ab.

Nach 2011 und 2014 spielt Trauffer zum dritten Mal am Snowpenair. Auch Amy Macdonald kennt die Bühne auf der Kleinen Scheidegg bereits; sie war vor acht Jahren schon mal hier. Zu dem Zeitpunkt hatte sie bereits zwei Alben veröffentlicht, die in der Schweiz beide den Gipfel der Charts erreichten. Dies hat sie kürzlich mit «Under Stars» ein drittes Mal geschafft. «Sie ist eine Künstlerin, die live beim Publikum sehr gut ankommt», sagt Kessler über die Schottin.

Mit dem Interlakner Rapper Julian wurde ein dritter Künstler verpflichtet, der schon mal am Snowpenair zu Gast war, nämlich im Jahr 2013 unter dem Namen MC Juli. Er wird das Konzert am Samstag um 10.45 Uhr eröffnen – gefolgt vom einzigen «Neuen» im Programm, dem Brasilien-Schweizer Marc Sway, der ebenfalls als guter Entertainer bekannt ist. «Ihn hatte ich schon länger auf dem Radar», sagt Urs Kessler.

Das Ende naht

Wenn ab heute Dienstag die Bühne und die weitere Infrastruktur des Snowpenair aufgebaut werden, dann geschieht dies zum drittletzten Mal. 2020 ist Schluss. Die Jungfraubahnen opfern den Konzertanlass zugunsten des V-Bahn-Projekts; der Besitzer der angrenzenden Scheidegg-Hotels konnte so zum Rückzug seiner Einsprache bewogen werden. Aus unternehmerischer Sicht habe er sich für diesen Schritt entscheiden müssen, so Kessler.

Doch natürlich sei auch Wehmut dabei. Er ist stolz darauf, wie sich «sein» Snowpenair entwickelt hat, dass er die Bands stets persönlich und ohne Agent verpflichtete – und dass man nach den ersten sechs (!) Ausgaben bei schlechtem Wetter nicht gleich aufgegeben hatte. «Heute ist es ein nationaler Konzertanlass, der den umliegenden Dörfern zum Ende der Wintersaison nochmals die Hotels füllt.» Selber wollen die Jungfraubahnen aus dem Snowpenair keinen Profit schlagen. «Das Ziel ist eine schwarze Null bei einem Budget von 1,4 Millionen Franken.»

Ein Nachfolgeanlass findet in den Überlegungen von Urs Kessler statt, doch allein schon die ­Suche nach einem geeigneten Standort ist schwierig. «Auf der Kleinen Scheidegg ist es schon ideal, gerade was den Besuchertransport von zwei Talseiten angeht.»

Noch ist der Vorhang nicht gefallen. Kessler freut sich aufs bevorstehende 21. Snowpenair. Und steckt bereits in Verhandlungen für das Programm der 22. Aus­gabe. «Nächstes Jahr bringe ich ausschliesslich Künstler, die noch nie hier aufgetreten sind.» Ein Name sei bereits verraten: DJ Antoine wird seine Turntables auf 2000 Metern über Meer aufstellen.

Nur für Abonnenten: Das 21. Snowpenair mit Amy Macdonald als Headlinerin ist ausverkauft – doch wir haben noch 5x2 Eintritte zu verschenken! So können Sie an der Verlosung teilnehmen.

Berner Oberländer

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