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So eine Pracht

Da wartet man also Tag für Tag am geschlossenen Bahnübergang in Zäziwil. Nimmt irgendwie wahr, dass an einer Wand jenseits der Gleise Sprayereien prangen. Denkt sich nichts weiter dabei, immerhin ist solches ja heutzutage nichts Unübliches mehr – und ist froh, wenn der Zug endlich vorbeibraust und die Fahrt ins Emmental weitergehen kann. Sogar die Anwohner scheinen den farbigen Ver-un-zierungen mitten in ihrem Dorf keine besondere Beachtung zu schenken. Bis, hoppla, eines Tages einem aufmerksamen Automobilisten auffällt: So harmlos sind die Dinger ja gar nicht. Und tatsächlich ziehen plötzlich mitten in dieser Bilderlandschaft zwei dicke, helle Stangen den Blick auf sich. Sie ragen aus Bällchen mit angedeuteten Härchen heraus und laufen oben in einer abgerundeten Spitze aus – an der Seite vervollständigen ein paar Spritzer die eindeut-zweideutige Botschaft, die ganz offensichtlich den Reisenden auf seinem weiteren Weg begleiten soll. Zum Glück heben sich schon bald die Schranken. Sonst könnte man ob so viel Mannespracht glatt erröten. Stephan Künzi>

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