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So reich ist die berndeutsche Sprache

Berndeutsche Kostbarkeiten bekamen die über 200 Besucher gestern Nachmittag in Trubschachen serviert. Andreas Friedli, ein ehemaliger Schüler des Lehrers und Schriftstellers Hans Ulrich Schwaar, organisierte an dessen 90.Geburtstag einen Lesenachmittag. Nebst Kurzgeschichten aus der Feder des Jubilars las Friedli auch zwei Kapitel aus dem Werk «Die sibe Brüeder» von Aleksis Kivi vor. Dieses Buch gehört zu den wichtigsten Romanen in der finnischen Literatur und ist von Schwaar, der in Lappland seine zweite Heimat gefunden hat, ins Berndeutsche übersetzt worden. Just an seinem Geburtstag konnte der Schriftsteller auch sein dreissigstes Buch mit dem Titel «Rychs Bärndütsch» vorstellen. Seine Wurzeln hat es im Verbot, an bernischen Schulen in Berndeutsch zu unterrichten: Diese Weisung bewegte den 90-Jährigen so tief, dass er zur Feder griff und auf eine ganz besondere Art auf den ungewöhnlichen Reichtum seiner Muttersprache aufmerksam machte. Schwaar setzte Bezeichnungen für seine Landsleute in Stabreime und diese zu sinn- und klangverwandten dreizeiligen Strophen zusammen. Die Idee dazu kam dem Schriftsteller in Lappland. «Genau genommen im Juni 2009, am letzten Abend vor meiner Abreise in die Schweiz.» Er sei nochmals aus dem Bett gekrochen und habe die ersten Ideen notiert. Bereits vier Monate später sei das Buch druckreif gewesen. «Ich habe alles aus dem Gedächtnis geschrieben; nirgends etwas nachgeschlagen», erzählt er. Herausgekommen ist ein Werk mit grossem Unterhaltungswert – und der Tatsache, dass es im Berndeutschen enorm viele Be-zeichnungen für Frau und Mann gibt. jgr«Rychs Bärndütsch» – erschienen bei •www.landverlag.ch>

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