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So trocken wie noch nie

OberlandNoch nie gab es seit Messbeginn im Jahr 1864 einen solch trockenen November. Die Trockenperiode zeigt vor allem Auswirkungen auf die Pegel der Fliessgewässer – die Versorgung mit Trink- und Brauchwasser ist gesichert.

Nach rund 40 Tagen ohne Regen fiel am Wochenende endlich der lang ersehnte Niederschlag. Laut Heinz Habegger, Vorsteher Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern, führen Fliessgewässer wie die Aare und die Kander derzeit nur 50 Prozent der für diese Zeit eigentlich normalen Wassermenge. Die Simme habe im Vergleich zu den Vorjahren sogar einen Wasserstand, der nur rund ein Drittel so gross sei. Ausreichend Wasser Die meisten Quell- und Grundwasserfassungen im Simmental liefern aber konstante Wassermengen. So kann Eva Regli, Geschäftsführerin der Wasserversorgung Zweisimmen, beruhigen: «Wir haben keine Probleme. Die Quellen weisen der Jahreszeit entsprechende Schüttungen auf.» Auch die Wasserversorgung Grindelwald, die bereits Mitte November eine vorsorgliche Mitteilung an die Bevölkerung verschickte, verzeichnet keine Verschärfung der Lage. Die Natur spürte auch im November die Trockenheit. Im Oberland herrschte mittlere Waldbrandgefahr. Simeon Mathyer, Förster der Waldabteilung 1 Oberland-Ost, sagt, «dass durch das fehlende Wasser das Laub nicht vermodern konnte und so eine sehr trockene Schicht auf dem Boden lag. Die hohen Temperaturen, die lange Sonnenscheindauer und der fehlende Niederschlag sorgten dafür, dass vor allem die Süd-, die Sonnenhänge stärker gefährdet waren.» Heinz Zimmer, Oberförster der Waldabteilung 3 Thun-Niedersimmental, schätzt die Lage gleich wie Mathyer ein. Beide betonen aber, dass die Situation zwar ungewöhnlich sei, aber nicht extrem wie während der Trockenheit im Frühling. Simeon Mathyer erklärt, dass die Pflanzen und die Bäume mit der Trockenheit keine grossen Probleme gehabt hätten, da diese bereits die winterliche Ruhezeit begonnen hätten und die Verdunstung in dieser Jahreszeit geringer sei. Durch den Tau und den Reif erhalte die Vegetation genügend Feuchtigkeit. Auch die Landwirtschaft wurde von der Trockenheit nicht beeinträchtigt, da sie jetzt nicht mehr auf Wasser angewiesen ist. Trockenheit endgültig vorbei Der November wird mit einer Null in die Regentage- und Niederschlagsstatistik eingehen. Laut Meteo Schweiz lag der Temperaturdurchschnitt im November 2 Grad über dem langjährigen Mittel. Die hohen Temperaturen gehen mit einer überdurchschnittlichen Sonnenscheindauer einher. Doch nun wünschen sich manche den Niederschlag am liebsten in Form von Schnee herbei. Die Prognose von Jürg Kurmann von Meteotest Bern dürfte sie freuen: «Die Trockenheit ist vorbei. Das Wetter bleibt in den nächsten Tagen sehr wechselhaft.» Oberhalb von 1000 Meter über Meer falle konstant Schnee, sodass möglicherweise am Wochenende die Skisaison beginnen könne. mg>

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