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So, wie die Grossen?

Kauft man besser eine kleine oder eine grosse Kamera? Wer gute Fotos machen wollte, musste bislang zu grossen Spiegelreflexkameras greifen. Doch das ändert sich nun.

Kompaktkameras sind klein, günstig und liefern anständige Bilder. Aber nur, wenn die Lichtverhältnisse stimmen. Schon bei Dämmerung kann der Spass aufhören. Digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) sind da schon flexibler. Dank grösserem Bildsensor und Objektiv schiessen sie auch bei Dämmerlicht gute Bilder. Je nach Objektiv können sie sogar auf den Stimmungstöter Blitz verzichten; Kompakte produzierten so nur noch Bildrauschen. Diese Stärke erkaufen sich die Spiegelreflexkameras indes mit Grösse und Gewicht. Eine Fototasche bringt schon mal einige Kilos auf die Waage. Damit soll nun Schluss sein: Panasonic und Olympus haben den «Micro Four Thirds»-Standard geschaffen, der DSLR-Qualität in kompakten Gehäusen ermöglicht. Bereits die erste Generation dieses Standards überzeugt: Die Olympus Pen E-P1 wurde von der Vereinigung Eisa zur Kamera des Jahres gekürt. Die Zukunftstechnologie «Die ‹Micro Four Thirds› sind genial», schwärmt Kai Schuler, Geschäftsführer des Berner Geschäfts Photo Vision. Die Geräte seien vorab für ambitionierte Fotografen interessant, die hohe Anforderungen an eine Zweitkamera stellen. «Diese Kameras zeigen, was die Zukunft bringt.» Er geht davon aus, dass weitere Hersteller konventionelle Spiegelreflexkameras durch kompakte Modelle ersetzen werden. Bei «Micro Four Thirds»-Kameras kommt der gleiche Sensor zum Einsatz, der in Spiegelreflexkameras steckt, Sensoren im «Four Thirds»-Format. Diese sind mit 2,24 Quadratzentimetern zwar kleiner als jene in APS-C-Kameras etwa von Canon- und Nikon (3,84 Quadratzentimeter), aber deutlich grösser als jene in Kompaktkameras (0,15 Quadratzentimeter). Je grösser der Sensor, desto mehr Platz haben die Pixel und desto besser werden die Bilder. Indem die Ingenieure auf den Einbau eines Spiegels und Suchers verzichten, lassen sich kleinere Gehäuse konstruieren. Als Sucher dient der Monitor auf der Gehäuserückseite – wie bei Kompaktkameras. Anders als diese haben die «Micro Four Thirds» den Vorteil, dass Objektive gewechselt werden können. Zwar existieren derzeit weniger als ein Dutzend solcher Objektive. Mittels Adapter können aber auch normale verwendet werden. Der Luxus hat seinen Preis: «Micro Four Thirds»-Kameras werden ab 1000 Franken gehandelt, während echte Spiegelreflexkameras ab der Hälfte davon erhältlich sind. Ebenbürtige Bilder Doch hält die Technik, was sie verspricht? Im Test der Olympus-Kamera fällt die einfache Bedienung auf. Trotzdem haben auch ambitionierte Fotografen an der Pen E-P1 Freude. Die Einstellmöglichkeiten sind so zahlreich, dass es einfacher ist, aufzuzählen, was die Kamera nicht kann. Blitzen etwa. Wobei: Der Blitzschuh nimmt auch leistungsstarke Blitzgeräte auf. Das fällt dann aber ins Gewicht. Wird das richtige Objektiv aufgeschraubt, braucht man indes nicht zwingend einen Blitz: Objektive mit Festbrennweite sind deutlich lichtempfindlicher und schärfer als Zoomobjektive. Am meisten Spass macht die Olympus Pen E-P1 mit solchen, kompakten Objektiven. Die Olympus braucht den Vergleich mit einer einfachen Spiegelreflexkamera wie der Canon EOS 450D nicht zu scheuen: Bei guten Lichtbedingungen sind für den Laien kaum Unterschiede auszumachen. Bei mässigem Licht jedoch muss sich die Olympus geschlagen geben – nicht zuletzt, weil das Objektiv an der Canon deutlich grösser und lichtempfindlicher als jenes an der Olympus ist. Den Vergleich mit einer Kompaktkamera aber kann man sich schenken: Die «Micro Four Thirds» sind diesen offensichtlich weit überlegen. Mustafa Dikbas Die Testgeräte wurden vom Versandhändler Digitec zur Verfügung gestellt. >

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