Spannende Herausforderung für die nächsten Jahre

Lauterbrunnen

Mit 57 Millionen Franken will die Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren bis 2026 die Infrastruktur und die Stationen verbessern und neues Rollmaterial beschaffen.

Stefan Wittwer, Leiter Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM), erklärt, wie die Bahn in den nächsten Jahren modernisiert werden soll.

Stefan Wittwer, Leiter Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM), erklärt, wie die Bahn in den nächsten Jahren modernisiert werden soll.

(Bild: Guido Lauper)

«Nachdem auf das Plangenehmigungsverfahren keine Einsprachen eingingen, können wir mit der Planung zur Modernisierung der 4,2 Kilometer langen Adhäsionsstrecke Grütschalp–Winteregg–Mürren definitiv loslegen», freut sich Stefan Wittwer, Leiter der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM). «Die Zeit ist knapp», ergänzt er, «weil wir bis Ende 2023 das Behinderten-Gleichstellungsgesetz (BehiG) umsetzen müssen.»

Dann sollen auch die vorgesehenen neuen Triebwagen einsatzbereit sein, obwohl deren Auswahl noch nicht erfolgt ist. Nach der Planung ist der Baubeginn für die Adhäsionsstrecke während der drei Revisionswochen im Herbst 2019 vorgesehen.

Die fünf Teilprojekte werden weitgehend bei gleichzeitigem Betrieb realisiert. Durch einige Optimierungen der Strecke kann die Fahrzeit von derzeit 11 Minuten auf 9 Minuten verkürzt werden. «Damit streben wir keine Verdichtung des viertelstündlichen Fahrplans an», sagt Stefan Wittwer, «doch zusammen mit den künftigen Sicherungsanlagen können wir den Regelverkehr mit zwei neuen Fahrzeugen bewältigen statt wie bisher mit dreien.»

Wir streben keine Verdichtung des viertelstündlichen Fahrplans an.»Stefan Wittwer, Leiter BLM

Trotzdem sei kein Abbau der 32 Stellen vorgesehen. Ein dritter neuer Triebwagen dient als Reserve. Die bisherigen werden ausser Betrieb genommen, bis auf eines als Baufahrzeug. Die historische Nr. 11 mit Baujahr 1913 wird fahrtauglich erhalten und vor der Station Grütschalp als Fotomotiv aufgestellt.

Für Personal und Gäste

In der Grütschalp wird die Werkstatt auf zwei Gleise erweitert und vollständig winterfest – ergänzt mit neuer Fahrzeugwasch- und öffentlicher WC-Anlage. Die neue Heizung bezieht die Energie mittels Wärmepumpe von der Abwärme der Seilbahn-Antriebstation. Der Wanderweg wird statt wie bisher über die Gleise über die Werkstätte geführt und mit einem Lift ergänzt.

Auf Winteregg wird die niveaugleiche Gleisüberquerung durch eine Unterführung mit Lift ersetzt. Bergseitig ist zudem ein witterungsgeschützter Personenunterstand vorgesehen. In Mürren wird die Gleisanlage vereinfacht und die Einfahrhalle verlängert. Hier ist mit dem Umbau der grossen Schalterhalle eine verbesserte Aussicht für die Gäste geplant. Alle Stationen erhalten zur Umsetzung des BehiG neue Perrons.

Seitens der Bahninfrastruktur stehen der teilweise Neubau der Fahrleitungsanlagen und der Ersatz der Gleichrichteranlagen bevor – bei gleichzeitiger Erhöhung der Fahrdrahtspannung von 560 auf 750 Volt, was den Bau und den Unterhalt der neuen Fahrzeuge vereinfacht und preiswerter macht.

Neue Zugsicherung

Zwischen den beiden Endstationen wird zudem die gesamte Kabelanlage neu gebaut und durch eine Zugsicherung ergänzt. Den Ersatz des Gleisoberbaus nutzt das Unternehmen zur Optimierung der Gleislage auf der 4,2 Kilometer langen Strecke. Unter anderem macht das auch den Neubau von neuen Stützmauern notwendig.

Als besondere Herausforderung bezeichnet Stefan Wittwer die geografische Lage der Strecke, welche den Einsatz von Gleisbaumaschinen auf der BLM-Strecke abseits breiter Zufahrtsstrassen verunmögliche.

Das mache viel Handarbeit nötig. Für die Kosten von 36 Millionen für Infrastruktur und Stationen stehen Kanton und Gemeinden gerade. Für die Fahrzeuge wird mit Kosten von 21 Millionen Franken gerechnet, welche die BLM trägt.

Berner Oberländer

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