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Spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen

StänderatswahlAdrian Amstutz (SVP) oder Ursula Wyss (SP)? Der Kampf um den Berner Ständeratssitz geht in die entscheidende Phase. Am nächsten Sonntag wählt das

Nur drei Wochen nach dem ersten Wahlgang der Berner Ständeratsersatzwahl werden am kommenden Wochenende die rund 720000 Stimmberechtigten des Kantons Bern bereits wieder zu den Urnen gerufen. Nötig wurde die Stichwahl, weil beim ersten Wahlgang am 13.Februar keiner der vier Kandidierenden das absolute Mehr erreicht hatte. Der Thuner EVP-Grossrat Marc Jost landete auf dem letzten Platz. Die Burgdorfer FDP-Nationalrätin Christa Markwalder belegte den dritten Rang. Jost und Markwalder verzichteten in der Folge auf eine Kandidatur bei der Stichwahl am 6.März. Etliche Stimmfreigaben SP-Nationalrätin Ursula Wyss (Bern) mit 117835 Stimmen und SVP-Nationalrat Adrian Amstutz (Sigriswil) mit 136522 Stimmen scheiterten zwar ebenfalls am absoluten Mehr von 175607 Stimmen, doch konnten sich die beiden deutlich von Jost und Markwalder absetzen. Weil die FDP keinen Ersatzkandidaten nominierte und sich keine neuen Kandidaten für die Stichwahl bewarben, treten am nächsten Sonntag nur Wyss und Amstutz an. Mit einem Vorsprung von fast 19000 Stimmen im ersten Wahlgang auf Wyss ist Amstutz der Favorit für die Stichwahl vom Wochenende. Doch werden die Karten neu gemischt. Jene Bernerinnen und Berner, welche ihre Stimme im ersten Wahlgang der FDP-Kandidatin oder dem EVP-Kandidaten gegeben haben, werden sich jetzt für die SP oder die SVP entscheiden müssen. Es sei denn, die EVP- und FDP-Wählenden legen einen leeren Wahlzettel ein oder gehen gar nicht erst zur Urne. Letzteres dürfte in grosser Zahl der Fall sein. Zum einen, weil am 6.März neben der Ständeratswahl anders als am 13.Februar keine andere Vorlage zur Abstimmung kommt – also keine polarisierende AKW- oder Waffen-Vorlage, welche auf die Stimmenden magnetisierend wirkt. Zum anderen wird sich die von FDP, EVP und BDP beschlossene Stimmfreigabe für den zweiten und letzten Wahlgang – das relative Mehr genügt – negativ auf die Stimmbeteiligung auswirken. Die stolzen 50,8 Prozent des ersten Wahlgangs dürften damit kaum mehr erreicht werden. Folglich werden in der Stichwahl nicht mehr alle 97000 Stimmen, welche im ersten Wahlgang auf Markwalder und Jost entfielen, zu verteilen sein. Entscheidend ist, wie SVP und SP Wählerinnen und Wähler mobilisieren können. Vor allem die unentschlossenen Wählerinnen und Wähler gilt es für SVP-Kandidat Amstutz beziehungsweise SP-Kandidatin Wyss zu überzeugen. Ökonomin gegen Handwerker Ursula Wyss, 38-jährige Ökonomin und SP-Fraktionspräsidentin im Bundeshaus, sieht sich als politische Erbin der in den Bundesrat gewählten Simonetta Sommaruga. Wyss sitzt seit 1999 im Nationalrat und gehört der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie an. Sie vertritt einen pragmatischen SP-Kurs. Als Ständerätin möchte sich Wyss für «die Interessen der Mehrheit der Bernerinnen und Berner» einsetzen, namentlich für Arbeitnehmende, Mieter und Konsumenten. Adrian Amstutz, 57-jähriger Unternehmer und Vizepräsident der SVP Schweiz, ist seit 2003 Nationalrat. Sein Wahlmotto lautet: «Wer nicht in die EU will, wählt Adrian Amstutz.» Der frühere Präsident des Verbandes bernischer Gemeinden kämpft für mehr Sicherheit und für die Ausschaffung krimineller Ausländer, gegen «staatliche Abzockerei im Steuer- und Gebührenbereich», gegen Geldverschleuderung und Schuldenwirtschaft sowie gegen Missbräuche im Asyl- und Sozialwesen. Urs Egli>

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