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Sparen ist mehr als ein Hobby

Der Kanton Bern zeichnete die Gemeinde Spiez mit dem zweiten Platz im alle zwei Jahre stattfindenden Minergie-Rating der bernischen Gemeinden aus. Diese Auszeichnung ist kein Grund zum Stillstand – vielmehr verpflichtet sie.

Hinter Zollikofen erreichte Spiez den zweiten Rang unter den grossen Gemeinden im Berner Minergie-Rating 2009 und verwies die Stadtgemeinden auf die hinteren Plätze. «Neben den 29 Privathäusern hat die Gemeinde selbst vier Liegenschaften im Minergie-Standard», begründet der Umweltbeauftragte Peter Zingg die Auszeichnung, die er von Regierungsrätin Barbara Egger entgegennehmen durfte. Konkret handelt es sich dabei um das Schulhaus Roggern in Einigen, um je ein Gebäude der Schulanlagen Spiezwiler und Längenstein und um das Schulhaus Spiezmoos. «Hier konnten wir durch die Sanierung im Minergie-Standard den Wärmebedarf von 215000 kWh in Form von 21000 Litern Heizöl auf 73000 kWh in Form von CO2-neutralen Holzpellets senken», freut sich Peter Zingg. Durch verschiedene Sanierungen wurde der Wärmebedarf aller Spiezer Schulanlagen von 1998 bis 2008 um 27 Prozent reduziert. Dazu trugen auch Kurse für die Hauswarte zum sparsamen Energieverbrauch bei. Ein Gebot der Zeit Zurzeit deckt die Gemeinde Spiez den Wärmebedarf ihrer Liegenschaften noch zu 82 Prozent mit Öl. Dazu kommen neun Prozent Holz, fünf Prozent Umweltwärme (Rückgewinnung und Wärmepumpen), drei Prozent elektrischer Strom und ein Prozent Solarenergie. «Energiesparen ist kein Hobby, sondern Verpflichtung», sagt Gemeindepräsident Franz Arnold. «Die Gemeinde geht mit dem guten Beispiel voran, indem sie bei Sanierungen hohe Standards anwendet und wenn möglich erneuerbare Energieträger einsetzt. Das kann dazu führen, dass eine Sanierung zwar teurer zu stehen kommt, langfristig jedoch nicht nur die Umwelt schont, sondern auch das Portemonnaie des Steuerzahlers.» Arnold stellt zudem erfreut fest, dass viele Private diesem Vorbild folgen. Mogeln nicht möglich Grund zum Ausruhen sieht auch Peter Zingg keinen. «Nach der GGR-Motion Nyffenegger startete Spiez zum Prozess für die Erlangung des Labels Energiestadt und erhielt dieses dann 2006. 58 Prozent der möglichen Massnahmen waren gemäss nationaler Labelkommission in Spiez umgesetzt.» «Energie Schweiz» verleiht das Label Energiestadt als Leistungsausweis an Gemeinden, «die eine nachhaltige kommunale Energiepolitik vorleben und umsetzen. Energiestädte fördern erneuerbare Energien, umweltverträgliche Mobilität und setzen auf eine effiziente Nutzung der Ressourcen.» Peter Zingg: «Das Re-Audit – mit dem Ziel, das Label nun weitere vier Jahre benützen zu können – läuft bereits. Dabei ist es unmöglich zu mogeln.» Das Mogeln oder Verdrängen ist gar nicht im Sinn von Peter Zingg. Angesichts der schleppenden Klimakonferenz in Kopenhagen meint er gar: «Unser Werte- und Wirtschaftssystem ist längst nicht mehr kompatibel mit den realen Naturgesetzen, welche auf unserem Globus gelten.»Guido Lauper • www.minergierating.ch • www.energiestadt.ch >

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