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Spezialisten stärken Spitalstandort

InterlakenZu den Stärken des Spitals Interlaken gehören Schulter-Operationen mit «Schlüsselloch-Chirurgie». Am Donnerstag liess sich das Patronatskomitee der Spitalstiftung über das Angebot

Das Schultergelenk besteht aus dem grossen «Kopf» des Oberarmknochens, der in einer kleinen «Pfanne» des Schulterblattes liegt, und es wird hauptsächlich von Bändern, Muskeln und Sehnen zusammengehalten. «Diese besondere Konstruktion macht das Gelenk ausserordentlich beweglich», erläuterte Alex Schallberger, leitender Arzt Orthopädie und Schulterspezialist am Spital Interlaken, an der Informationsveranstaltung vom Donnerstag. Die Beweglichkeit hat aber ihren Preis. So kann zum Beispiel der Schleimbeutel unter dem Knochen des Schulterdachs durch übermässige Beanspruchung, Unfall oder einen verengenden Knochensporn gereizt werden, was zu schmerzhaften Entzündungen führen kann. Und zu den häufigsten Verletzungen überhaupt gehören Risse der strapazierten Sehnen und Bänder. Die entzündungsbedingten Schmerzen werden dort operativ behoben, wo Schonung, Medikamente und Physiotherapie nicht mehr helfen. Operiert werden auch Sehnen- und Bänderrisse, da ein Arm mit einer instabilen Schulter nur noch sehr reduziert gebraucht werden kann und sich bei kleinsten Belastungen – manchmal sogar im Schlaf – auskugeln kann. Kleinstmögliche Eingriffe Um an die Bänder und Sehnen im Innern des Gelenks zu kommen, müssen nach der älteren Methode die darüber liegenden Muskeln und Sehnen gelegentlich abgelöst oder durchtrennt werden. Seit dem Siegeszug der Arthroskopie («Schlüsselloch-Chirurgie») in den letzten 30 Jahren operieren Spezialisten aber auch die Schulter nur durch einige kleine Öffnungen, durch die Beleuchtung, Kamera und Operationsinstrumente eingeführt werden. Anhand von Aufnahmen aus dem Innern des Schultergelenks zeigte Schallberger, wie mit dem modernen Verfahren drückende Knochenvorsprünge entfernt oder abgerissene Bänder oder Sehnen so in ihrem Knochenansatz verankert werden, dass der Riss wieder zuheilen kann. Nach einer solchen Operation trägt der Patient seinen Arm noch sechs Wochen in der Schlinge. «Die Rehabilitation ist wesentlich kürzer als früher», sagte der Arzt. «Zudem sind die Schmerzen geringer und die Patienten sehr zufrieden.» Gutes Angebot gefördert Neben dem Schulterspezialisten Schallberger haben im Laufe des letzten Jahres junge Spezialisten für Hand- und für Fussgelenke sowie für Augen-, Herz-, Schmerz- und Kindermedizin ihre Arbeit am Spital Interlaken aufgenommen – zum Teil als Nachfolger pensionierter Ärzte, zum Teil in Ergänzung des bestehenden Angebotes. «Ein so gutes Angebot stärkt das Spital Interlaken, weil mehr Patienten hier behandelt werden können», sagte Walter Messerli, Präsident der Stifung Spital Interlaken, an der Informationsveranstaltung für Mitglieder des Patronatskomitees. Deshalb unterstützte die Stiftung 2010 mit 150000 Franken die Einrichtung einer modernen Augenarztpraxis am Spital, in der zum Beispiel auch Horn- und Netzhautoperationen möglich sind. Der Ertrag aus Spenden und Zinsen belief sich 2010 auf 42280 Franken, wie Robert Grau, Stiftungsrat und Präsident des Patronatskomitees, berichtete. Insgesamt verfügt die Stiftung derzeit über 2,8 Millionen Franken, mit denen sie ein gutes Spitalangebot für Bevölkerung und Gäste in Interlaken unterstützen kann. Grossrat Walter Messerli wies darauf hin, wie wichtig ein unermüdlicher Einsatz für das Regionalspital ist – zumal die harten Verteil- und Konkurrenzkämpfe zwischen den öffentlichen Spitälern mit der laufenden Sparrunde im Kanton und mit der Entlassung der Spitäler in die finanzielle Selbständigkeit 2012 noch härter werden.Sibylle Hunziker>

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