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«Spielt das mal als Reggae oder als Ballade oder in Dur»

PopMänner am Meer bleiben mit ihrem neuen Album «Mit Absicht» im weitläufigen Sammelbecken des Mundartpop – ohne eine klare Linie auszubilden. «Mit Absicht», sagen sie. Morgen laden sie in Bern zur Plattentaufe.

«Wenn wir zu neunt im Bandbus sitzen Stell dir vor, wie es dort drin riecht und schmeckt und tönt» Ramon hält inne und lacht. Er muss gar nicht weiterreden. Alles Weitere können wir uns selber vorstellen, besten Dank. Der 32-jährige Bieler Ramon bildet zusammen mit dem Berner QC Kopf und Stimme von Männer am Meer. Die Mundartband hat eben ihr drittes Album «Mit Absicht» veröffentlicht. Ein Album, das mit einigen Glanzpunkten aufwartet, so zum Beispiel dem nachdenklichen «I bi uf d’Wäut cho» oder dem gesellschaftskritischen Reggae-Song «Warum sit dir so muff?». Womit wir auch schon beim Vorteil oder – je nach Standpunkt – der Hypothek der Band angelangt sind: Männer am Meer wechseln den Stil mindestens so häufig wie ihre Hemden, von Reggae zu Rock zu Hip-Hop und über den Soul zum Pop zurück. Mundartpop, am ehesten, liesse sich denn das weitläufige Sammelbecken nennen, in dem Männer am Meer schwimmen. «Songdienliche» Arbeit? Sieben Musiker tragen zum überaus abwechslungsreichen Sound bei, die meisten davon Berufsmusiker, die auch noch in anderen Bands engagiert sind und alle einen etwas anderen Hintergrund mitbringen. Das färbt auf die Songs ab. So zum Beispiel der erwähnte Reggae-Einfluss, der auf den Gitarristen Dominik Baumgartner zurückgeht und in gleich drei Liedern vorherrscht. «Wir arbeiten songdienlich», sagt Ramon. Und was heisst das? Nun mischt sich QC, der morgens um neun noch etwas verschlafen wirkt, ins Gespräch. «Oft haben die Songs bereits vorgängig einen Text oder eine Idee.» Die Musik lasse sich aber noch formen. Und an diesem Punkt komme die Band zum Zug. «Wir können sie fast wie einen Computer behandeln und sagen: Spielt das mal als Reggae oder als Ballade oder in Dur», sagt er. So entstehen die Songs von Männer am Meer. Oder manchmal auch anders. Genau wie das Resultat immer unterschiedlich sei, sei auch die Entstehungsgeschichte jedes Mal anders. Die ewige Wiederkunft Nur etwas wiederholt sich bei Männer am Meer immer: Nach einer ausgedehnten Tournee, die morgen im Bierhübeli offiziell beginnt und irgendwann nach den Open Airs im Sommer enden wird, fährt die Band gemeinsam in die Ferien – am besten ans Meer. Und dann gibts erst mal Pause. Kein Bandbus mehr, keine Gerüche – und keinen schlechten Kebab, der während der langen und intensiven Zeit im Studio das Hauptnahrungsmittel ist. Bevor alles wieder von vorne beginnt. Marina Bolzli ;Plattentaufe: morgen Freitag, 4.3., Bierhübeli, Bern. CD: Männer am Meer - «Mit Absicht», Soundservice. >

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