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Spuren im Boden weisen auf ein mittelalterliches Dorf hin

KirchdorfAuf der Winkelmatt, wo bald gebaut wird, fanden Archäologen die Überreste eines Dorfes aus dem Mittelalter.

Seit längerem sind auf der Winkelmatt in Kirchdorf Mitarbeiter des kantonalen archäologischen Dienstes am Werk. Auf rund 5000 Quadratmetern führen sie eine sogenannte Rettungsgrabung durch. Das heisst: Bevor hier eine neue Wohnsiedlung gebaut wird, retten die Fachleute Spuren, die noch zu retten sind. Obschon die Funde gemäss Ressortleiter Armand Baeriswil «unspektakulär», jedoch für Archäologen aussagekräftig sind. Im Mittelalter gehörte die Winkelmatt zum Ortskern von Kirchdorf. Zahlreiche, gut erhaltene Pfostengruben wurden dort gefunden. Sie weisen darauf hin, dass auf dem Grundstück vor gut 500 Jahren zahlreiche Holzhäuser standen. Fachleute erkennen sogar Konstruktionsdetails wie einen hölzernen Einbau, den sie als Vorrats- oder Sickergrube deuten. Grabungen bis im Sommer Schon beim Bau der Strasse nach Gerzensee Ende 19.Jahrhundert und beim Anlegen des neuen Friedhofs in Kirchdorf Anfang 20.Jahrhundert stiess man auf archäologisch wertvolle Funde: Fünf Gräber aus der Eisenzeit (5.– 1.Jahrhundert vor Christus). Die reich ausgestatteten Gräber befinden sich nahe der Winkelmatt und belegen die Bedeutung der Region an der Handelsroute über die Alpen. Dies teilt der kantonale archäologische Dienst mit, der die Grabungen in Absprache mit der Bauherrschaft durchführt. Abgeschlossen werden sollen die Grabarbeiten in Kirchdorf im Sommer. Keine Verzögerungen Die geplante Überbauung in der Winkelmatt erfährt wegen der Grabungen keine Verzögerung. Gemäss Gemeindeschreiberin Manuela Hofer hätten sich Archäologen und Bauherrschaft abgesprochen. Das Baugesuch wurde eingereicht, aber noch nicht publiziert. Gemäss Ueli Luginbühl, Geschäftsführer der Generalunternehmung Urobauwerk in Steffisburg, entstehen auf der Winkelmatt acht Einfamilienhäuser, ein Doppelhaus und zwei Mehrfamilienhäuser. Bauherrschaft ist die Aarhuus Thun AG. Die Überbauung kostet rund 12 Millionen Franken. Laura Fehlmann>

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