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Städtische Vorsorge hat kein Loch

LangenthalDer Deckungsgrad der städtischen Pensionskasse ist im letzten Jahr auf 102,3 Prozent gestiegen. Sie weist aber

Im Vergleich zu anderen öffentlichen Pensionskassen steht diejenige der Stadt Langenthal gut da. Wie aus der Gemeinderechnung 2010 hervorgeht, hat sie im vergangenen Jahr auf ihrem Vermögen eine Rendite von 2,93 (Vorjahr: 9,87) Prozent erzielt. Der Deckungsgrad ist von 100,9 auf 102,3 Prozent gestiegen. Die städtische Pensionskasse wies somit Ende 2010 keine Unterdeckung auf. Ein Deckungsgrad von unter 100 Prozent würde bedeuten, dass die Verpflichtungen der Pensionskasse nicht mehr vollständig durch das Anlagevermögen gedeckt wären; theoretisch wäre eine solche Kasse überschuldet. Um sicherzustellen, dass der Kasse wegen Lohnerhöhungen keine systematischen Verluste entstehen, hat der Stadtrat im November 2010 auf Antrag des Gemeinderats eine Teilrevision des Pensionskassenreglements genehmigt. Bezüglich Lohnerhöhungen ist die Finanzierungslücke somit geschlossen und die Kasse finanziell gesichert. Allerdings peilen viele Kassen einen Deckungsgrad von 115 Prozent an. Die 15 Prozent sind als Reserven gedacht, um Schwankungen an den Finanzmärkten aufzufangen. Die städtische Pensionskasse hat als Zielwert gar 23,5 Prozent festgelegt; davon ist sie weit entfernt. Hoher technischer Zinssatz Hinzu kommt, dass der Deckungsgrad nicht das Mass aller Dinge ist. Eine ebenso wichtige Kennziffer ist der technische Zins. Mit diesem Satz werden künftige Finanzerträge hochgerechnet. Wird die Rendite in Zukunft tiefer ausfallen als der technische Zins, so geht die Rechnung nicht mehr auf. Deshalb sind die meisten Pensionskassen wegen der anhaltend tiefen Finanzmarktrenditen dazu übergegangen, den technischen Zins zu senken – meistens von 4 auf 3,5 Prozent. Bei der städtischen Kasse beträgt er immer noch 4 Prozent. Ausserdem ist die Kasse im Gegensatz zu den meisten anderen Pensionskassen nach dem Leistungs- und nicht dem Beitragsprimat finanziert. Beim Leistungsprimat werden die Renten auf der Grundlage des letzten Gehalts berechnet. In diesen Fällen liegt das Risiko bei der Vorsorgeeinrichtung. Bei den Beitragsprimatkassen hingegen berechnet man die Renten aufgrund des über die Jahre angesparten Alterskapitals. Hier tragen die Versicherten das Risiko. Der Gemeinderat hat einen Primatwechsel abgelehnt. Es braucht neue RechtsformUnd: Gemäss den neuen gesetzlichen Bestimmungen muss die Rechtsform der Kasse geändert werden. Sie muss von der Stadt losgelöst und verselbstständigt werden – als Stiftung oder als rechtlich selbstständige Anstalt analog der Industriellen Betriebe. Laut Finanzverwalter Mark Bucher hat der Gemeinderat eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Die Pensionskasse zählte per Ende 2010 insgesamt 821 Versicherte und 303 Rentenbezüger. Angeschlossen sind nebst der Stadt 22 andere kommunale und regionale Arbeitgeber respektive Körperschaften.Dominic Ramel>

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