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Ständig in Alarmbereitschaft

MeiringenRund um

Bis auf den letzten Platz war am Samstagnachmittag das Kino Meiringen gefüllt. Fritz Teuscher, Rettungsspezialist für Helikopter (RSH) und Chef des Gebirgsdetachements der Luftwaffe, berichtete den SAC-Mitgliedern von seinen Einsätzen als Gebirgsretter. Einsätze, die gut ausgingen, Einsätze, die Todesopfer forderten, und Einsätze, über die er noch lange nachdenken musste. Ein Fall sei im besonders in Erinnerung geblieben, so Fritz Teuscher. Vier Bergsteiger aus Deutschland machten eine Tour zur Dossenhütte. Einer hatte plötzlich ein medizinisches Problem, und zwei Kameraden entschlossen sich trotzdem, weiter zur Hütte zu gehen. Der Dritte verweilte beim angeschlagenen Kollegen, als das Wetter aber umschlug und Regen aufkam, verabschiedete sich dieser auch Richtung Hütte. Gegen Abend, als ihr vermisster Kollege nicht auftauchte, alarmierten die drei von der warmen Hüttenstube. Fritz Teuscher rückte mit seinem Team aus und rettete den völlig unterkühlten Mann aus seiner misslichen Lage. «Wo bleibt da die Kameradschaft?», fragte sich Teuscher. Adrenalin und Ruhe «Eine grosse Herausforderung für uns Gebirgsretter ist, wenn wir beispielsweise zu Hause im Garten sitzen, gemütlich ein bisschen Sonne tanken, und dann kommt der Alarm. Zehn Minuten später holt uns der Helikopter ab, und 15 Minuten später sind wir auf 4000 Höhenmeter in einer Wand», erklärte Teuscher. Da sei es wichtig, dass man trotz dem Adrenalin ruhig bleibe. «So etwas kann man nicht trainieren, das kommt mit der Erfahrung. Je mehr Einsätze ich habe, umso besser kann ich damit umgehen», sagte der 54-Jährige, der seit über 20 Jahren bei der Rettungsstation Oberhasli ist. Teuscher rühmte während seines Vortrags auch die Zusammenarbeit mit der Polizei, den Samaritern und mit anderen Rettungsstationen. «Als im Jahr 2007 im Lauterbrunnental ein Kampfjet abstürzte, half unsere Rettungsstation bei der Bergung mit. So etwas ist selbstverständlich.» Auch Tiere müssen ab und zu gerettet werden, an eine Rettung kann sich Teuscher noch besonders gut erinnern: «Ein Geissbock aus dem Unterland hat sich in unwegsamem Gelände verstiegen, und wir haben ihn wieder zurück ins Tal gebracht. Auch nach drei Mal duschen war mir sein Duft nach wie vor sehr präsent», schmunzelte Teuscher. Nach dem Vortrag lud die SAC Sektion Oberhasli das Publikum zu einem Apéro vor dem Kino ein. Bei Hobelkäse und Glühwein diskutierten die Mitglieder über den Vortrag und über ihre eigenen Erlebnisse in Fels und Eis. Anschliessend zeigte das Kino Meiringen den Film «Absturz am Gauligletscher» (wir haben berichtet).Elsbeth Schläppi >

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