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Stan Codrescu

Als einziger der Botschaftsbesetzer blieb Stan Codrescu nach Verbüssung der Strafe auf dem Thorberg in der Schweiz – zunächst notgedrungen, dann aus Liebe.

Stan Codrescu kennt Bern gut. Zwar sollte auch er nach Verbüssung seiner Strafe auf dem Thorberg aus der Schweiz ausgewiesen werden, doch weder Frankreich, wo er zuvor gelebt hatte, noch Deutschland, von wo die Gruppe Beldeanu gekommen war, wollten den Botschaftsbesetzer einreisen lassen. So blieb er in der Schweiz. «22 Monate war ich ohne Bewilligung in Bern und habe mich über Wasser gehalten, indem ich schwarzgearbeitet habe. Dann habe ich Bundesrat Wahlen angerufen und ihm meine Situation erklärt. Kurz darauf hatte ich einen legalen Status», erzählt Codrescu im Gespräch mit dieser Zeitung. Anschliessend absolvierte er in Bern eine Lehre als Fotograveur. 1962 heiratete er die Bielerin Josette Bürki. Mit ihr zog er 1963 nach Belp und 1965 nach Crissier bei Lausanne. Mit ihr hatte er drei Kinder. Während 25 Jahren arbeitete Codrescu, inzwischen längst Schweizer Bürger, bei Edipresse in Lausanne. Die Securitate habe versucht, auch ihn aus der Schweiz wegzulocken. Vergeblich. Für seine neue Heimat findet der vife 82-Jährige nur lobende Worte. «Ich habe auch dort gut gelebt», sagt er, angesprochen auf seine Zeit in der Strafanstalt Thorberg und im Vergleich zu den unbeschreiblichen Zuständen in rumänischen oder jugoslawischen Gefängnissen jener Zeit. Heute ist er nur noch selten in Crissier, denn er lebt mit seiner zehn Jahre jüngeren Frau fast das ganze Jahr über in Spanien. «Hier scheint fast immer die Sonne, und vor allem kann ich mein starkes Rheuma besser behandeln», sagt er und ergänzt schelmisch: «So werde ich wohl hundert Jahre alt.» asr>

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