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Standing Ovations bei Regie- Comeback von Monika Wild

Tellspiele InterlakenMit einer gelungenen Premiere eröffneten die Tell-Freilichtspiele unter der Regie von Monika Wild die Spielsaison. Die über 200 Darstellenden gefielen durch Engagement und enorme Spielfreude. Vom gross aufmarschierten Publikum wurden sie mit Standing Ovationen belohnt.

Gross war der Publikumsaufmarsch zur Premiere der Tell- Freilichtspiele. Die Reihen füllte sich zusehends und Spannung machte sich langsam breit. «Schiller – Friedrich Schiller ist mein Name. Ich freue mich, dass ich eure Gastfreundschaft geniessen darf und ihr euch mein vor über 200 Jahren geschriebenes Werk ansehen wollt», begrüsste der Präsident der Tellspiele, Peter Wenger, in passender Montur die Zuschauerinnen und Zuschauer. Im Nachhinein hätte er wohl die eine oder andere Szene etwas anders ausgelegt. Aber das Stück sei aktueller denn je, fügte «Schiller» an. Er fungierte auch während den Aufführungen als Erzähler und Vermittler zwischen den Zeiten, schlüpfte in Rollen und griff zuweilen humorvoll ins Geschehen ein. Von einem Lehrer kam 1912 die Idee, mit seinen Schülern einige Szenen aus Schillers Freiheitsdrama Wilhelm Tell am Rugen in Matten aufzuführen. Das stiess auf ein so positives Echo, dass man in den folgenden Jahren auch Erwachsene dafür einspannte. Fortan wurde das Stück, ausser in den Kriegsjahren, mit grossem Erfolg jährlich aufgeführt. Nachdem Monika Wild aus Unterseen bereits 2001 bis 2007 erfolgreich Regie geführt hatte, holte man sie heuer wieder zurück. Auf vielseitigen Wunsch erarbeitete sie während einer viermonatigen Probenzeit mit den Laiendarstellerinnen und -darstellern nochmals ihre erfolgreiche Erstinszenierung am Rugen. Damit entführt sie das Publikum in die Welt des einfachen Schweizer Hirtenvolks. Sie hat es verstanden, die Kargheit des Lebens, die Unterdrückung der Schwachen, aber auch das Lachen der Kinder oder ein paar witzige Szenen zur Auflockerung hervorragend miteinander zu verknüpfen. Wie in einem grossen Bilderbuch entfalteten sich die Szenen vor den Augen des Zuschauers. Er wurde ergriffen von der realen, mit viel Herzblut und Engagement dargebotenen Inszenierung. Intensiv wurde das Publikum von der spannungsgeladenen Atmosphäre überflutet. Beinahe körperlich war die Niederträchtigkeit und Unbarmherzigkeit Gesslers zu spüren und weckte Verständnis für Freiheitsdrang und Widerstand. Aber auch Tells Zerrissenheit zwischen Menschlichkeit und Mordgedanken entfachten Gefühle. Das Erfolgsrezept «Unser Erfolgsrezept steht auf vier Grundpfeilern: Wir haben eine einmalige Bühne, bei uns sind Tiere integriert – Kühe, Pferde, Ziegen und Esel. Da ist die super Geschichte und vor allem aber haben wir grossartige Laienschauspieler», erklärte Peter Wenger gegenüber dieser Zeitung. Tatsächlich sind es oft ganze Familien, die sich im Tellspiel engagieren. «Das Klima unter den Darstellenden ist sehr familiär. Die Premiere ist der eigentliche Höhepunkt der Spielsaison. Aber nun ist die Nervosität gewichen und wir hatten ein ganz tolles Publikum», ergänzte Wenger nach der Aufführung. Als weiterer Pluspunkt darf die gefühlsintensive, vom international erfolgreichen Komponisten Dany Nussbaumer arrangierte Musik nicht unerwähnt bleiben. Verena HolzerWeitere Aufführungen und Ticketbestellungen unter Tel. 033 822 37 22, Fax 033 822 57 33 oder www.tellspiele.ch >

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