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Stiehlt Schneider-Ammann Sommaruga die Show?

Johann Schneider-

Nach dem gestrigen Rücktritt von Bundesrat Hans-Rudolf Merz bringen die Parteien nun ihre Kandidaten in Position. Neben der FDP erheben sowohl die SVP als auch die Grünen Anspruch auf den frei werdenden Sitz in der Regierung. Die CVP schliesst einen Angriff auf den Sitz nicht aus. Aus den Reihen der Freisinnigen kristallisieren sich bereits zwei klare Favoriten heraus. Da ist zum einen die seit Jahren als kommende Bundesrätin gehandelte Karin Keller-Sutter. Die St.Galler Regierungsrätin gilt in der Ostschweiz als «Kronfavoritin» und wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für die Merz-Nachfolge kandidieren. Und da ist zum andern der Berner Johann Schneider-Ammann. Der Langenthaler Unternehmer gilt als Kellers härtester Konkurrent – wenn er denn antritt. Doch Schneider-Ammann gibt sich bedeckt, war gestern für niemanden erreichbar. Und so wird heftig spekuliert, wofür er sich entscheiden wird: Unternehmen oder Politik? Zeit zum Nachdenken bleibt ihm wenig. Die FDP hat ihren Mitgliedern eine Frist bis zum 21.August gesetzt. Entschliesst sich Schneider-Ammann für eine Kandidatur und wird er am 22.September gewählt, brächte das die zweite Ersatzwahl für Bundesrat Moritz Leuenberger im Dezember gewaltig durcheinander. Für dessen Nachfolge gilt bisher die Berner Ständerätin Simonetta Sommaruga als aussichtsreichste Kandidatin. Doch wenn mit Schneider-Ammann drei Monate vorher schon ein Berner in die Landesregierung einzieht, dürfte es für die Bernerin eng werden. Formell sind Doppelvertretungen eines Kantons im Bundesrat zwar möglich, aber eher unüblich. Doch auch eine Wahl von Keller-Sutter würde Sommaruga schaden; mit fünf Frauen im Bundesrat könnten wohl längst nicht alle Parlamentarier leben. pas Seite 2, 3 + 4>

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