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Stiller Has steuerten Schiff stilsicher

Mit dem Auftritt der Kultband Stiller Has ging am Wochenende die Saison für das Liveschiff auf dem Thunersee zu Ende.

Die Kultband Stiller Has macht keine halben Sachen. Das ist zwar nicht neu, wurde aber am Wochenende einmal mehr unterstrichen. Die vierköpfige Truppe rund um Frontmann Endo Anaconda machte dieses Mal Halt in Thun, genauer gesagt auf dem Motorschiff Berner Oberland. Zum letzten Mal in der laufenden Saison wurde dieses am Freitagabend in ein Liveschiff umfunktioniert – mit allem, was dazugehört (vgl. Kasten). Kurz nachdem das Schiff ablegte, standen die Hasen schon auf der Bühne und «Kapitän» Anaconda gab den 650 zahlenden Gästen den Tarif durch: «Wir haben dieses Schiff gekapert! Ihr könnt beruhigt sein.» Passend zum Spielort trug der 55-Jährige einen Anhänger in Form eines Ankers an seinem Hemd. Nicht weniger stilsicher präsentierte sich der Rest der Band: «Maschinist» Markus Fürst, «Maître de cabine» Schifer Schafer und die «kleine Meerjungfrau» Salome Buser, wie Anaconda seine musikalischen Mitstreiter an diesem Abend nannte. Von Piraten und Gondolieri Während das MS Berner Oberland bei Nacht und Nebel gemächlich und von den Passagieren fast gänzlich unbemerkt durch das tintenschwarze Nass des Thunersees glitt, liefen die Hasen im Innern des Schiffs zu Hochform auf. Die Band bewies dabei, dass die Songs des aktuellen Albums «So verdorbe» erstaunlich gut zu einer Fahrt auf hoher See passen. Da wurde etwa von Piraten oder aber von Gondolieri in Venedig gesungen, und selbst den Song «Schi fahre» konnte Kapitän Anaconda in den richtigen Kontext rücken, indem er meinte: «I tue lieber Schiff fahre aus Schi fahre.» Durchgeschwitzte Hemden Nach einer kurzen Pause trat die Band mit neuem Elan und Anaconda mit frischem Hemd unter die Scheinwerfer. Bis zum Ende der Reise hatte der Frontmann auch dieses durchgeschwitzt. Musikalisch orientierten sich die Hasen in der zweiten Konzerthälfte vermehrt an älteren Werken und gaben dabei Klassiker wie «Moudi», «Walliselle» oder «Znüni näh» zum Besten – sehr zur Freude des Publikums, dessen Mitsinglaune von Minute zu Minute wuchs. Die Band steuerte ihre Passagiere sicher zurück an die Ländte, und diese dankten es den Musikern mit langem Applaus. Der spezielle Spielort auf dem Schiff mit Balkon und frei stehender Bühne verlangte dabei von den Hasen, dass sie sich nicht nur nach vorne und zur Seite verneigen durften, sondern auch nach oben und nach hinten. Gabriel Berger>

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