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SVP-Bettelbrief ärgert Gewerbetreibende

Der Besuch von Bundesrat Ueli Maurer (SVP) im Zulgtal wirft einen Schatten voraus. Gewerbetreibende fühlen sich gedrängt, den Anlass finanziell zu unterstützen. Die SVP verteidigt ihr Vorgehen mit dem

Es ist unzweifelhaft Wahlkampf. Die Zugpferde der Parteien tingeln landauf und landab, um für ihre Farben zu werben. Auch SVP-Bundesrat Ueli Maurer lässt es sich trotz voller Agenda nicht nehmen, kräftig die Werbetrommel auch in der Region Thun zu rühren. So machte er beispielsweise letzte Woche einen Abstecher in den Spiezer Lötschbergsaal. Nächsten Donnerstag tritt er nun im Rahmen einer Wahlveranstaltung in der Turnhalle Hasenäscht in Heimenschwand auf. Organisiert wird der Anlass durch die SVP-Sektionen Schwarzenegg-Fahrni und Buchholterberg-Wachseldorn. Sanfter Druck? Für Irritationen sorgt nun ein Schreiben, das an die Gewerbebetriebe im Zulgtal versandt wurde. Die organisierenden SVP-Sektionen erhoffen sich dadurch, Mittel für den Wahlanlass mit Bundesrat Maurer zu generieren. Die angeschriebenen Gewerbler können zwischen den Beträgen 50, 75 und 100 Franken wählen. Das Vorgehen ist durchaus gängig, auch bei anderen Parteien. Doch nicht alle Unternehmer haben Freude am Bettelbrief. «Ich fühle mich gedrängt, den Anlass zu unterstützen», sagt ein Gewerbler, der nicht genannt werden möchte. In der Tat steht im Schreiben wörtlich: «Sicher ist es auch in Ihrem Interesse als Gewerbler und Unternehmer, eine starke bürgerliche Vertretung in der Politik zu wissen.» Davon auszugehen, dass man als Unternehmer auf dem Land zwangsläufig hinter den Anliegen der SVP stehe und sie auch noch finanziell unterstützen wolle, empfindet der Unternehmer als Affront. Der Unternehmer ist der Meinung, dass die Partei, welche einen Wahlanlass organisiert, diesen auch bezahlt. Grundsätzlich habe er nichts gegen Sponsorensuche, «wenn aber die Gewerbetreibenden grossflächig angeschrieben werden, finde ich das nicht richtig». So wie er würden es einige Gewerbler im Ostamt sehen. Die Kritik werde jedoch nur hinter vorgehaltener Hand geäussert. Etwas gelassener sieht es Karl Stucki. Er führt eine Spenglerei in Unterlangenegg. «Dass man auf diese Art Geld sucht, ist auf dem Land gang und gäbe», sagt er. Trotzdem empfindet er das Vorgehen der SVP als «etwas gar plump». SVP: «Normaler Vorgang» «Wir haben uns im Vorfeld gut überlegt, wen wir anschreiben wollen», sagt Samuel Krähenbühl, Sekretär der SVP-Sektion Schwarzenegg-Fahrni und Medienverantwortlicher des Wahlanlasses vom Donnerstag. Man habe sich dann als gewerbefreundliche Partei entschieden, die Gewerbler grossflächig anzuschreiben, und zwar mit dem Gedanken, damit alle gleich zu behandeln. «Recht machen kann man es nie allen.» So könne er sich gut vorstellen, dass es böses Blut gegeben hätte, wenn am Anlass ein Banner eines Gewerblers zu sehen gewesen wäre und ein anderer aus der gleichen Branche nicht die Möglichkeit bekommen hätte, auch ein Banner zu platzieren. Fast ein Ding der Unmöglichkeit sei, den Anlass, der auf mehrere tausend Franken zu stehen komme, aus eigenen Mitteln zu finanzieren. «Dafür fehlt finanzschwachen Landsektionen, wie wir eine sind, schlicht das Geld», sagt Krähenbühl. Roger Probst >

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