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Talentschau am Familienabend

fussballDie Young Boys haben ein ruhiges, erfreuliches Wochenende hinter sich.

Versöhnlich ist die Stimmung nach dem Spiel gegen Bellinzona am Samstagabend im Stade de Suisse. Zuvor waren die Verhältnisse klar, nach dem 4:0-Sieg feiert die grosse YB-Familie mit dem Anhang. Der Anlass läuft zwar im Rahmen der «Ladies Night», Matchbesucherinnen erhielten verbilligten Eintritt, das Geschehen auf dem Platz erinnert nach dem Schlusspfiff aber doch eher an das andere YB-Format, den «Kids Day». Etliche Akteure der Berner präsentieren ihren Nachwuchs stolz der Fankurve. Emiliano Dudars Töchterchen hüpft und springt, daneben stehen die Protagonisten des Abends im Mittelpunkt. Torschütze Emmanuel Mayuka gibt seinen schwindelerregenden Jubel mit zwei Überschlägen und Salto zum Besten, Super-League-Debütant Pascal Doubai wird nach seinem Kurzeinsatz zu einem Tänzchen genötigt. Jung und Alt in der YB-Familie Und daneben, etwas abseits, steht still lächelnd ein weiteres junges Mitglied der YB-Familie, das einen speziellen Abend erlebt hat. Matteo Tosetti, 19 Jahre alt, wurde in der 67.Minute für Henri Bienvenu eingewechselt und kam damit zu seinem zweiten Einsatz in der Super League. «Das ist schön, für solche Einsätze trainiere ich Tag für Tag», sagt der freundliche junge Mann nach dem Spiel. Tosetti stellt eine Art Antithese zum manchmal launischen, nicht immer leicht zu führenden Typus von Nachwuchstalenten dar. Passend zur Person, sind die Haare unauffällig und ohne Gel frisiert, der Tessiner gibt mit leiser Stimme in flüssigem Deutsch Auskunft. Von allen Seiten wird der U-17-Weltmeister für seine bescheidene Art mit Lob eingedeckt – und bleibt bescheiden: «Es läuft mir gut, auch bei meinen Einsätzen in der zweiten Mannschaft.» Pascal Doubai und Matteo Tosetti sind die jungen, talentierten Mitglieder der YB-Familie, die nach dem Spiel im Zentrum stehen. Einer der älteren Generation, der halt irgendwie immer noch dazugehört, erhielt am Samstag auch spezielle Aufmerksamkeit. Gürkan Sermeter, von den YB-Fans noch immer heiss geliebt, erhielt bei seinem Abgang tosenden Applaus – einen Einsatz an alter Wirkungsstätte gönnte ihm Bellinzona-Trainer Carlo Tebi freilich nicht. Im Spiel gelang YB nach gemächlichem Beginn ein ungefährdeter Sieg. Alexander Farneruds Freistösse werden von Woche zu Woche gefährlicher, am Samstag führte seine präzise Flanke zum 1:0, Ammar Jemal köpfelte ein (23.). Nach dem Führungstor spielten die Berner befreit auf. David Degen zeigte wieder Ansätze seiner Spiellust, in der 33.Minute lancierte er Farnerud mit einem feinen Heber, dieser zog direkt ab: 2:0. Bellinzona blieb blass und war nie zu einer Reaktion fähig. Carlo Tebi ist seit drei Runden Trainer im Tessin, aber eines ist gleich geblieben: Wenn Mauro Lustrinelli (11 Tore), in Bern ohne jeglichen Einfluss, nicht trifft, bleiben wenig Alternativen. YB mit Spielfreude Auch in der zweiten Halbzeit glänzte YB mit Spielfreude. Emmanuel Mayukas Flanke erreichte Henri Bienvenu, dieser traf nur den Pfosten, dahinter stand Farnerud goldrichtig und kam in der 56.Minute zu seinem dritten Skorerpunkt: Zwei Tore, ein Assist, der dominante Schwede war der Matchwinner. Mayuka setzte mit seinem Tor in der 64.Minute den Schlusspunkt zu einem hochverdienten YB-Sieg. «Bis zum ersten Tor brauchte es ein wenig Geduld, dann zeigten wir schöne Spielzüge und hatten viel Ballbesitz», analysierte Trainer Vladimir Petkovic. «Gut, haben wir später Tempo rausnehmen können.» Moritz MarthalerYB-Noten Seite 20 Telegramm Seite 23>

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