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«Tambouren, vorwärts, Marsch»

LotzwilAm Wochenende gaben die Oberaargauer Musikgesellschaften den Ton an. Sie feierten das 25-jährige Bestehen des Oberaargauischen Musikverbandes und die Geburtsstunde eines neuen Marsches.

«Im schönen Oberaargau»: Das ist ein Titel, den sich die Musikgesellschaften in der Region merken werden. Der vom 75-jährigen Walter Joseph komponierte Marsch ist im Auftrag der Arbeitsgruppe Musik und Identität im Oberaargau entstanden. Auslöser war die Umwandlung der bernischen Amtsbezirke in Verwaltungskreise. Am Sonntag interessiert die Entstehungsgeschichte die über 1400 Gäste im Festzelt von Lotzwil weniger. Sie warten kurz nach zwölf Uhr gespannt auf die Uraufführung. Es sind die Musikgesellschaften Madiswil und Roggwil, die den Marsch erstmals öffentlich spielen werden. Nun geht es los, in F-Dur, kräftig und später in d-Moll übergehend. Zwei Fahnenschwinger begleiten die Musikanten. An den Seiten der Bühne stehen die restlichen Fahnenträger der zum Musikverband Oberaargau gehörenden Gesellschaften. Sie alle feiern das 25-jährige Bestehen des Verbandes. Zum Auftakt des Musiktages massen sich die Jugendmusiken am Samstag im Wettkampf. Am Sonntagmorgen gaben die Musikgesellschaften in den Vortragslokalen Konzerte. Im Festzelt sind die letzten Töne der ersten Aufführung gespielt. Weil der Marsch den Leuten so gefallen hat, soll er gleich nochmals vorgetragen werden. Der Komponist strahlt und greift erneut zum Dirigentenstock. Eine Stunde später geht es auf der Hauptstrasse weiter. Das Publikum steht dicht gedrängt am Strassenrand, wer kann, ergattert sich einen Schattenplatz. 22 Marschmusikformationen kämpfen hier um die Gunst der Gäste und um gute Bewertungen. Vorab machen die Vereinigten Tambouren Oberaargau den Weg mit ihrem Trommelwirbel frei. «Tambouren, vorwärts, Marsch», hallt es durch Lotzwil. Der Auftakt ist gelungen. Nun grüsst die Jugendmusik Brig das Dorf mit einem Marsch. Die Jungmannschaft geht noch ohne Bewertung auf Tour. Doch bereits bei den Melchnauern schauen die vier Jurymitglieder genauer hin. Entsprechend streng kontrolliert Dirigent Bernhard Gammenthaler, ob alle schön ausgerichtet und stramm stehen. Steif wie ein Dirigentenstock reiht er sich ebenfalls ein. Wieder heisst es: «Tambouren, vorwärts, Marsch.» Etwas später trumpft die Musikgesellschaft Aarwangen mit dem Klassiker «Alte Freunde» auf, Rütschelen bringt «Feurig Blut», und Bannwil zieht es musikalisch nach Arosa. Derweil sind Familienmitglieder als Fotografen unterwegs, und Kinder winken begeistert vom Strassenrand aus. Die Formationen wissen nicht nur musikalisch zu begeistern. Um vier Uhr treffen sie nochmals alle zu einem Gesamtchor vor dem Festzelt zusammen. Der offizielle Teil ist beendet, das Fest aber geht weiter.Ursula Grütter>

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