Zum Hauptinhalt springen

Thun reagiert auf die Katastrophe

Keine Prügel, keine Pannen, keine Panik – das ist das Ziel des OKs für das Thunfest 2010. Dafür kommen dieses Jahr vier Crowd-Manager zum Einsatz. Am Thunfest feiern jeweils bis zu 100000 Besucherinnen und Besucher.

Die Massenpanik am 24.Juli in Duisburg, bei der 21 Menschen ums Leben kamen, sorgt auch in Thun für Gesprächsstoff. Im Vorfeld des Thunfests, das am nächsten Wochenende über die Bühne geht, haben sich die Veranstalter mit Vertretern der Stadt, Polizei und Feuerwehr an einen Tisch gesetzt. Am Fest drängen sich jeweils 100000 Besucher im Zentrum der Stadt. Der Tenor nach der Sitzung war einhellig: Man will von der Katastrophe in Deutschland lernen. OK-Präsident Matthias Harte forderte bei den Einsatzkräften erstmals eine lückenlose Dokumentation der Sicherheitskonzepte an. «Ich will die Mechanismen bei Polizei und Feuerwehr genau kennen», sagte er. Harte erhofft sich dadurch einen besseren Überblick über die Abläufe bei Zwischenfällen sowie optimale Koordination. Securitys mit Megafon Das Security-Personal wird am Thunfest mit vier zusätzlichen Kräften verstärkt. Das Sicherheitsdispositiv des OKs für den Freitag zählt 29 Mann. 10 davon leisten den Ordnungsdienst. Am Samstag sind es 52 Mann, wovon 22 den Ordnungsdienst bewerkstelligen. Harte setzt sogenannte Crowd-Manager ein – teils stationierte und teils patrouillierende Sicherheitsleute, die mit einem Megafon ausgestattet sind. Der OK-Präsident ist überzeugt: «Eine Person, die bei einer Panik für alle hörbar ist, die Situation im Griff hat und Anweisungen gibt, wirkt auf die Masse beruhigend.» Die Crowd-Manager werden am Samstag beim Lauitor, eingangs der Oberen Hauptgasse und an den Treppen zum Aarequai bei der Sinnebrücke, bei der Mühlebrücke, in der Berntorgasse, auf dem Mühleplatz und im Bälliz ihre aufmerksamen Kreise ziehen. Wegen des Feuerwerks rechnet Harte zwischen 23 und 0.30 Uhr mit einem Rückstau am Lauitor/Eingang Obere Hauptgasse. Ein fixer Posten werde zu dieser Zeit vor Ort sein, um den Andrang im Auge zu behalten. «Falls nötig, sperrt die Polizei die Freienhofgasse für den Verkehr», so Harte. Verstärkte Beschilderung Bei einem Zwischenfall verständigt die Thunfest-Security die zuständige Einsatzkraft – Polizei oder Feuerwehr – primär per Funk. «Handynetze brechen gerne zusammen, Funknetze selten. Unser System ist schnell und zuverlässig», sagte Harte. Wegen des grösseren Festgeländeperimeters aufgrund des Feuerwerks gibt es eine verstärkte Wegbeschilderung seitens des OKs. Für die zusätzliche Signalisation bei Sperrungen und Umleitungen sorgten Polizei und Feuerwehr, erklärte OK-Präsident Harte. «Hierfür stehen bereits im Vorfeld des Fests spezielle Depots bereit.» Keine Videoüberwachung Am Thunfest werden keine Kameras installiert. Harte liess die Möglichkeit prüfen, ob die von der Stadt Thun geplante Videoüberwachung fürs Thunfest vorzeitig eingeführt werden könnte. «Das OK hätte dies sehr begrüsst. Wir versprachen uns davon auch vorbeugende Wirkung», sagte Harte. Doch die Bewilligung des Kantons liege nach Angaben der Thuner Behörden noch nicht vor. Zudem brauche die Bestellung, Lieferung und Montage offenbar mehr Zeit. Thuns Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler (SP) spricht der Videoüberwachung zwar ebenfalls präventiven Charakter zu, hätte sie im Fall der vorzeitigen Einführung aber nicht für einen besonderen Gewinn fürs Thunfest gehalten. «Es geht darum, die Leute aneinander vorbeizubringen. Videoüberwachung ist vor allem gut, um kriminalistische Handlungen zu verhindern», sagte Siegenthaler. «Hart durchgreifen» Das Grillieren auf dem Holzkohlegrill ist dieses Jahr im Festperimeter verboten. «Wir wollen keine Kompromisse eingehen», sagte Siegenthaler. Die Stadt Thun engagiert sich auch im Jugendschutz. Siegenthaler kündigte an, dass es Alkohol-Testkäufe geben wird. Die Wirte werden vom OK in Sachen Jugendschutz instruiert und mit zwei Bändeln ausgerüstet – mit einem für Jugendliche ab 16 Jahren und einem für Volljährige. Harte will gegen Raufbolde und Vandalen hart durchgreifen lassen. Siegenthaler teilt die Meinung Hartes. «Die Polizei wird mit einem starken Aufgebot präsent sein», kündigte er an. Erhöhte Polizeipräsenz beruhige die Gäste. Punkto Nachtlärm hoffen beide auch auf die Toleranz der Anwohner.Dino Dal Farra>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch