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«Meditation ist eine Notwendigkeit»

«Jede Weltreligion hat ihre mystischen Strömungen», sagt der Thuner Pfarrer Markus Nägeli. Er erklärt, wo die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Traditionen liegen und warum Meditation für jeden wichtig ist.

Markus Nägeli, ist unsere Welt zu laut oder warum gibt es eine solche Vielzahl von Angeboten im Bereich Meditation? Meditation ist eine Notwendigkeit. Wir werden überflutet von Reizen. Unsere Seele wird zerteilt. Ohne einen Weg zu finden, uns wieder zu einen, werden wir krank. Dabei entwickeln Menschen verschiedene Wege, um sich zu finden: Wenn ein junger Mensch sich seine Stöpsel in die Ohren steckt und Musik hört, ist das seine Art, sich von der Reizüberflutung abzuschotten und ganz bei sich zu sein. Ein anderer geht fischen und findet darin eine Möglichkeit, um sich zu sammeln. Er spürt, dass ihm das gut tut. Ob er einen Fisch fängt, ist dann auch gar nicht mehr so wichtig.

Wenn man also Kopfhörer oder eine Angel hat, wozu dann überhaupt noch meditieren? Das Sich-Sammeln ist erst die Grundvoraussetzung für spirituelle Erfahrung. In der Meditation überschreiten wir die Grenzen rein menschlicher Erfahrung. Das grosse göttliche Du spricht uns an. In der Meditation versuchen wir, einen Weg zu solcher Erfahrung zu eröffnen. Kirchenräume helfen uns zudem bei der Sammlung und ermöglichen uns, den Alltag zu transzendieren und auf das göttliche Geheimnis hin durchlässig werden zu lassen. So will uns Meditation zurückführen zu unserer inneren Quelle und uns helfen, unseren Alltag wieder mit mehr Gelassenheit angehen zu können.

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