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650 Katzen stellten sich der Jury

In der Expo-Halle führten am Wochenende leidenschaftliche Katzenzüchter 650 Tiere einer Fachjury vor.

Die Schönheitskonkurrenz vor der Jury: Die Katzenbesitzer präsentieren ihre Tiere und hoffen auf eine möglichst gute Bewertung.
Die Schönheitskonkurrenz vor der Jury: Die Katzenbesitzer präsentieren ihre Tiere und hoffen auf eine möglichst gute Bewertung.
Markus Hubacher

Ein Schönheitswettbewerb der etwas anderen Art fand am Wochenende in der Expo-Halle in Thun statt. Am Samstag und am Sonntag wurden je rund 300 Katzen von ihren Besitzern einer Fachjury präsentiert, die dann aus vier verschiedenen Kategorien die Schönsten erkoren. Damit es dabei auch ja gerecht zu- und hergeht, sind die Jurymitglieder an feste Regeln gebunden. «Pro Rasse gibt es einen Standard, wie eine optimale Katze aussehen sollte», erklärt Jürg Keller, Präsident des Katzen- und Edelkatzenklubs Bern (KECB), der mit seinem Verein den Anlass organisiert hatte. «Eine Katze kann maximal 100 Punkte erreichen.» Wichtige Bewertungskriterien seien die Form des Kopfes und der Ohren, das Aussehen des Felles und die allgemeine Verfassung des Tieres. «Bei einer Norwegerkatze sollte zum Beispiel die Nase ganz gerade sein», sagt Keller, der selber auch passionierter Katzenzüchter ist.

Hobby und Leidenschaft

Es ist ein bunt gemischtes Publikum, das in der Expo-Halle zusammengekommen ist, das bestätigt auch Keller. Er selber ist als Finanzchef in einer grossen Firma tätig. «Zur Katzenzucht kam ich über eine frühere Freundin, und seither hat es mich einfach gepackt.» Ohne Leidenschaft sei dieses Hobby gar nicht machbar. «Reich wird man mit dem Züchten von Katzen sicher nicht.» Es sei zeitaufwendig, brauche viel Geduld und Verständnis für das Tier. Das sei besonders dann wichtig, wenn die Katzen an Ausstellungen gezeigt werden sollen. «Ein guter Katzenzüchter hat ein Gespür für seine Tiere und nimmt ein Tier, das sich an der Show gestresst fühlt, erst gar nicht dorthin mit.»

Gehegt und gepflegt

Eine weitere wichtige Aufgabe der Züchter sei die Pflege und medizinische Versorgung der Tiere. Ohne die vorgeschriebenen Impfungen und ohne die Zustimmung des Tierarztes, der jedes Tier am Morgen vor der Ausstellung untersucht, dürfen die Katzen gar nicht gezeigt werden. «Tierschützer können wir daher beruhigen. Wir tun alles für das Wohl der Tiere.» So sind in der Ausstellung auch keine Extremzuchten zu sehen. Einzig die Nackt- oder Sphinxkatzen passen nicht so ganz in das Bild. «Diese Katzen sind zugelassen, weil sie aus der Natur entstanden sind. Es gibt Katzen, die wegen eines Gendefekts keine Haare haben. Ob das sinnvoll oder ethisch vertretbar ist, ist umstritten», sagt Keller.

Natürlich entstanden sind auch die grossen Maine-Coon-Katzen. «Unser Bobi ist jetzt 16 Monate alt und bereits acht Kilo schwer», sagt der stolze Züchter Christian Ritter aus Münchenbuchsee. Im US-Bundesstaat Maine sei diese Katzenart auch immer noch in der Wildnis anzutreffen. «Bobi ist sehr sozial und pflegeleicht, ein sanfter Riese eben.»

Jede Katze ist Sieger

Nebst den zahlreichen Käfigen, in denen die Katzen ausgestellt sind, finden Katzenliebhaber jegliches Zubehör zur optimalen Pflege, Ernährung und zum Zeitvertrieb ihrer Büsi. Und während die Besucher noch an den verschiedenen Ständen und Käfigen vorbeischlendern, geht vorne die Punktvergabe an die Tiere weiter. Erstaunlich geduldig lassen sich die Katzen ihre Präsentation gefallen. «Es gibt geborene Ausstellungstiere. Für ihre Besitzer ist aber jede Katze ein Sieger», ist Keller überzeugt.

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