Thun

«Ueli Schmezer ist authentisch»

ThunIn einem Monat findet das Kinderland-Open-Air auf der Lindermatte in Thun statt. Mit Ueli Schmezer steht ein Musiker auf der Bühne, der schon 2004, am Anfang der Veranstaltungsreihe, mit dabei war.

Ueli Schmezer (links)  tritt am 13.Juni am Kinderland-Open-Air von Veranstalter Maik Ast auf der Lindermatte in Thun auf.

Ueli Schmezer (links) tritt am 13.Juni am Kinderland-Open-Air von Veranstalter Maik Ast auf der Lindermatte in Thun auf. Bild: Marco Zysset

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Das Kinderland-Open-Air geht heuer zum zwölften Mal auf Tour. Was hat sich verändert seit 2004?
Maik Ast: Inhaltlich nicht viel; der Zeitrahmen von 13.30 bis 18 Uhr ist beispielsweise immer noch derselbe. Aber die Organisation ist heute einiges professioneller. In den Anfängen tauten wir zwei Tage vor dem Anlass kistenweise Hotdog-Brötchen im Wohnzimmer auf und bereiteten auf dem Festgelände 200 Becher voll Sirup vor – inklusive der anschliessenden Wespeninvasion.

Das tönt abenteuerlich. Warum hat sich der Musiker Ueli Schmezer schon damals darauf eingelassen?
Ueli Schmezer: Mein erstes Chinderland-Album war zwar schon 2001 erschienen. Aber weil ich erst nach und nach entdeckte, dass ich mit den Songs auch auftreten könnte, hatte ich noch kaum Erfahrung mit Konzerten. Als die Anfrage für das Kinderland-Open-Air kam, war mir rasch klar, dass da jemand etwas Kindergerechtes plant und nicht einfach ein Open-Air-Konzept für Erwachsene auch noch für Kinder adaptieren will. Das hat mich von Anfang an überzeugt, und das ist noch heute so.

Waren Sie vom «Kinderliedermacher» Ueli Schmezer ebenso überzeugt, oder brauchten Sie primär ein Zugpferd, bekannt aus Funk und Fernsehen?
Ast: Ich suchte von Anfang an Menschen, die authentisch sind. Ich hatte selber noch keine Kinder, aber stolperte in meinem Umfeld immer wieder über Menschen, die Schmezers Lieder hörten, und ich sah, dass Kinder und Eltern sie mögen. Ich versuchte, etwas auf die Beine zu stellen, das unsere Familie auch besuchen würde. Ich wollte einfach etwas Ehrliches mit ehrlichen Leuten ohne Verträge und so Zeugs

Aber heute haben Sie einen Vertrag?
Schmezer: (lacht) Also ich hab mir den Termin in der Agenda eingeschrieben Ast: Nein, Ueli und ich haben keine Verträge. Das ist natürlich eine Ausnahme, weil wir beide gute Freunde sind.

Aufgrund welcher Kriterien entscheiden Sie, wann und wo Sie am Kinderland-Open-Air auftreten? Ist das eine strikte Terminfrage, spielt die eigene Familie eine Rolle – oder ist es jeweils ein reiner Bauchentscheid?
Schmezer: Ein wenig von allem. Natürlich schaue ich drauf, dass ich nicht ständig in derselben Ecke der Schweiz spiele und dass ich nicht anderen Veranstaltern oder ähnlichen Veranstaltungen in die Quere komme. Aber wenn wir über den Ort hier, die Lindermatte in Thun sprechen , müssen wir schon sagen: Es ist definitiv einer der wunderbarsten Orte, um aufzutreten –da bin ich auf jeden Fall dabei.

Sprechen wir über Musik für Kinder: Können Erwachsene überhaupt Musik für Kinder machen, denken, sprechen und singen wie Kinder?
Schmezer: Ich bin ehrlich, ich denke gar nicht so viel, wenn ich schreibe. Entscheidend ist für mich, dass sich die Geschichte um etwas aus der Welt der Kinder dreht und nicht konstruiert ist. Es ist übrigens immer wieder bemerkenswert, wie schnell die Kinder die Texte können – nicht selten besser als ich selber.

Ihre Kinder sind selber schon aus dem Kinderland-Alter raus. Sind Sie nicht mehr cool?
Schmezer: Meine Musik ist es natürlich längst nicht mehr für sie. Ich stelle fest, dass generell die Kinder der Kindermusik heute schneller entwachsen. Unsere Welt hat sich auch in dieser Hinsicht beschleunigt.

Welche Familien kommen an Ihre Anlässe?
Ast: Das Publikum ist sehr durchmischt. Wir bieten eigentlich für alle etwas. Heuer zeigen wir am Abend zum Beispiel erstmals einen Kinderfilm; daneben gibts Holzspielzeug, Kinderschminken, Ruhezelte und noch viel mehr. Dazu kommt, dass wir heuer das Bandprogramm bewusst etwas reduziert haben.

Warum? War das Fuder in den Vorjahren überladen?
Ast: Das ist etwas hart ausgedrückt. Natürlich wollen auch wir den Besuchern immer wieder Neues bieten. Es ist nicht immer einfach, die richtige Balance zu finden. Wir wollen heuer den Besuchern wieder vermehrt die Möglichkeit bieten, auch die vielen Angebote neben der Konzertbühne zu entdecken und so als Familie in aller Ruhe und zusammen das Festival zu geniessen.

Wie gross ist der Unterschied in den Erwartungshaltungen von Eltern und Kindern?
Ast: Riesig! Schmezer: Ich behaupte, dass Kinder keine Erwartungen im eigentlichen Sinn haben. Die kommen einfach und schauen, wo was geht. Ich glaube, dass es im Zweifelsfall besser ist, eher weniger zu bieten, als mehr – sodass die Familien auch Zeit haben für sich. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 12.05.2015, 08:17 Uhr

Das Programm

Mehr als nur eine Konzertveranstaltung

Am 13. und 14.Juni findet das Kinderland-Open-Air mit Familiencamping auf der Lindermatte statt. Auf der Bühne stehen Künstler aus der ganzen Deutschschweiz. Daneben wird ein breit gefächertes Programm für Familien geboten.

«Das Kinderland ist mehr als nur eine Konzertveranstaltung», schreiben die Veranstalter in der offiziellen Medienmitteilung zur Anlassreihe, die am 13. und 14.Juni in Thun haltmacht. «Es ist das ultimative Open Air für Kinder und verspricht einen kunterbunten Nachmittag», heisst es im Text weiter. Im Vordergrund stehen laut den Veranstaltern: «Freude an mannigfaltigen Spielen erleben, Jamadu und Flubi die Hand schütteln und ein tolles Foto machen, auf der Hüpfburg in den Himmel springen, in Spielen die eigene Geschicklichkeit testen, kreativ basteln, zuhören und mitsingen, wenn auf der grossen Bühne eine Band spielt, mitfiebern und träumen, staunen, wie sich das Gesicht beim Kinderschminken in einen Schmetterling oder Pirat verwandelt – all das und vieles mehr kann man am Kinderland-Open-Air.» Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt; Würste können in der grossen Grilllounge selber grilliert werden.

Die zwölfte Saison

Bereits im zwölften Jahr tourt das Kinderland-Open-Air durch
Städte in der gesamten Schweiz. Auch dieses Jahr wird in Thun das Familiencamping mit Abendprogramm wie Lagerfeuer, einer Kinderdisco, einem Open-Air-Kino und einer Gutenachtgeschichte sowie ein Aufwachprogramm angeboten.
Bereits über 240'000 Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren und ihre Begleitpersonen haben laut den Veranstaltern bisher einen Nachmittag an den Kinderland-Open-Airs verbracht und neben dem bunten Rahmenprogramm die Auftritte zahlreicher Künstler erlebt.

Vielseitiges Musikprogramm

In Thun treten neben Ueli Schmezer & Remo Kessler mit ihrem Programm «Chinderland 3» (vgl. Haupttext) zahlreiche weitere Künstler auf. Schmezers drittes Kinderalbum ist immer noch aktuell, die Kleinen singen das eingängige «Mis liebschte Gmües isch Cervelat» laut mit.
Linard Bardill und seine Freunde präsentieren «Hans im Glück», wo Pferd und Kuh, Schwein und Gans über die Bühne tanzen, zusammen mit Hans, der mit dem Gold und dem Nichts. Seit 1992 schreibt der ehemalige Kindergärtner und
Musiklehrer Christian Schenker Lieder für Kinder. «Unschuldslämmli» heisst sein siebter Streich.
Die Uetendorfer Märlitante Barbara Burren erzählt die Geschichte «Flubi und der Papierdrache», während die Gruppe Tischbombe – Nelly, Lila und Purpur – «uf grosser Fahrt» sind.Markus Maria Enggist präsentiert zu guter Letzt «Halbi
Schueh» – Geschichten und Lieder, Ulkiges und Feines.pd/maz

Infos: www.kinder-land.ch.
Preise: Tageskarte für eine Person (Erwachsene, Kinder ab 2 Jahren): 18 Franken. Tageskarte ab 3 Personen (Erwachsene, Kinder ab 2 Jahren): 16 Franken. Tageskarte ab 5 Personen (Erwachsene, Kinder ab 2 Jahren ): 15 Franken. Vorverkauf: Ticketcorner, Tel. 0900800800 (1.19 Fr./Min., Festnetztarif), www.ticketcorner.ch und bei allen Ticketcorner-Vorverkaufsstellen.

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