Unterseen

Vom Lombach drohen keine Überschwemmungen mehr

UnterseenIn den vergangenen 120 Jahren wurden am Lombach 29 Verbauungsprojekte realisiert. Mit dem letzten, dem 5,2 Millionen Franken teuren Projekt «XXIX/2001», wurde 2003 begonnen. Am Samstag lud die Schwellenkorporation zu einem Begegnungstag ein.

Korporationspräsident Walter Gurzeler (links) und Ingenieur Fritz Bettschen orientieren am Lombach über Hochwasserschutzbauten.

Korporationspräsident Walter Gurzeler (links) und Ingenieur Fritz Bettschen orientieren am Lombach über Hochwasserschutzbauten. Bild: Ueli Flück

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Alle Grund- und Werkeigentümer sowie Baurechtsinhaber sind schwellenpflichtig», orientierte Walter Gurzeler, der Präsident der Schwellenkorporation Unterseen, am Lombach-Begegnungstag. Und wer schwellenpflichtig ist, zahlt Schwellentelle. Das sind zurzeit 0,4 Promille des amtlichen Wertes einer Liegenschaft. So kommen jährlich rund 400000 Franken zusammen. Die Schwellenkorporation Unterseen ist zuständig für alle stehenden und fliessenden Oberflächengewässer in der Gemeinde. Ihr steht die neunköpfige Schwellenkommission vor. Sie setzt sich, wie Gurzeler erklärte, aus Vertretern der Grundeigentümer, der Einwohner- und der Burgergemeinde zusammen.

Unterseen trägt die Lombach-Schwellenkosten der Sektion I (See bis alte Habkernbrücke) ganz. Für die Sektion II (alte Habkernbrücke bis Quelle) ist Habkern zuständig. Ein Regierungsratsbeschluss aus dem Jahr 1943 hält aber fest, dass der Schwellenbezirk Unterseen an die Verbauung und die Unterhaltsarbeiten des Lombachs und seiner Seitengräben der Sektion II, nach Abzug der Bundes- und Kantonsbeiträge, einen Beitrag von jeweils mindestens 50 Prozent zu leisten hat.

29.Projekt abgeschlossen

Seit Jahrhunderten mussten sich die Unterseener gegen Lombach-Hochwasser wehren. Sie taten es mit unterschiedlichem Erfolg. Entscheidend gebändigt wurde der Lombach mit der Realisierung des Projekts «I/1891» in den Jahren 1897 bis 1903. Vom Thunersee bis zur Beatenbergbrücke (2,78 Kilometer) wurde der Bach in eine Schale mit einer Sohlenbreite von neun Metern gezwängt und das Wasser durch unzählige Schwellen gebremst. Seither wurden am Lombach 28 weitere Projekte realisiert, das letzte im vergangenen Jahrzehnt. Geplant hatte die umfangreichen Ausbauarbeiten das einheimische Bauingenieurbüro Bettschen+Blumer. Über die einzelnen Hochwasserschutzmassnahmen orientierte am Begegnungstag Fritz Bettschen auf zwei Rundgängen vom Brawandsteg bis zur Neuhausbrücke.

Massnahmen erfüllen Zweck

Bettschen erklärte, wie defekte Schwellen durch sogenannte aufgelöste Sohlrampen ersetzt wurden. An zwei Stellen wurde das Bachbett bergseitig ausgeweitet. Im Hindere Eywald entstand eine Überflutungs- und Versicherungszone, die mit einem Querdamm abgeschlossen wurde. Der Lombach soll bei Hochwasser durch ein speziell gebautes Streichwehr in die Zone fluten. In ihr kann das Wasser versickern oder durch ein Auslaufwehr wieder ins Bachbett zurückkehren. Alte Dämme wurden erhöht und verstärkt und neue aufgeschüttet. Sowohl für Bettschen wie Gurzeler steht fest, dass die getroffenen Massnahmen ihren Zweck vollauf erfüllen. «Vom Lombach sind keine Überschwemmungen mehr zu erwarten.» Die Unterseener Gefahrenkarte weist wegen des Lombachs keine roten oder blauen Zonen (Bauverbot respektive Bauen mit Auflagen) mehr auf.

Unterhaltsarbeiten wird es am Lombach aber immer geben. Bei der Bachhütte erzählte Schwellenmeister Marco Jaun von seiner Arbeit. Bei Wurst und Brot und Chäsbrätel blieb im ehemaligen Schützenhaus genügend Zeit für Gespräche. Über den Lombach und anderes. (Berner Oberländer)

Erstellt: 25.07.2011, 07:41 Uhr

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Service

Von Digital bis Classic

Auf allen Kanälen. Hier bestellen!

Die Welt in Bildern

Lass mich nicht im Regen stehen: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird vom Regen überrascht als sie die Wagner-Oper an den Bayreuther Festspielen anhören will. (25.Juli 2017)
(Bild: Michaela Rehle) Mehr...