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Acht Referenten und viele, viele Fakten

Vor der Diskussion am Freitagabend hatten während fast zweier Stunden acht Referenten die Fakten zum Spitalstandort präsentiert.

Als Standortgemeinde lud der Saaner Gemeinderat die Bevölkerung zum Informationsabend. «Damit alle wissen, um was es geht», so Gemeindepräsident Aldo Kropf, hätten auch die (spätestens ab 2012 wegen der freien Spitalwahl) direkt betroffenen Nachbartalschaften Obersimmental und Pays-d’Enhaut eine Einladung erhalten. Kropf listete den ersten STS-Entscheid für ein neues Spital in Saanenmöser, die Opposition im Obersimmental und seine Folgen (Studie Oggier), die Empfehlung für zwei Gesundheitszentren, auf. Er erwähnte den Einfluss der Ärztemeinungen, die STS-Vorgabe «politischer Konsens» für eine erneute Prüfung bis hin zum erneuten Entscheid STS-Standort «Saanenmöser».

Aus der Sicht der Ärzte

Chirurg Christian Reuteler sprach die Anwesenden prägnant und humorvoll mit «liebe potenzielle Patienten» an. Seine Meinung: «Gruppenpraxen sind schon heute besser und kostengünstiger als Gesundheitszentren.» Und: «Höhere Fallzahlen in einem Spital heisst mehr Kompetenz und Qualität und einen attraktiveren Arbeitsplatz für den Arzt.» Dies wiederum wirke sich auf den Patientenzufluss aus; dieser sei künftig für das Überleben eines Spitals zentral.

Die Saaner SVP-Grossrätin Bethli Küng erläuterte als Mitglied der grossrätlichen Gesundheitskommission die kantonale Spitalpolitik vom Spitalgesetz (2005) bis hin zum einstimmigen Ja im Grossrat (140:0 Stimmen) zur Versorgungsplanung. «Es gab keine einzige negative Stimme», betonte sie. Sie redete der Bevölkerung ins Gewissen. Der kantonale Spitalinvestitionsfonds (SIF) werde Ende 2011 definitiv aufgehoben. Danach müssten sich alle Spitalgruppen über Fallpauschalen finanzieren. «Diese Standortdiskussionen sind regionsfeindlich, polemisch und unsachlich. Aber ich hoffe noch immer auf ein gutes Ende», schloss die Politikerin.

Die Amtsvorsteherin

Mit den gleichen Fakten über Spitalfinanzierung und Pauschalabgeltung wartete Annamaria Müller, Vorsteherin des kantonalen Spitalamtes, auf. Ab 2012 gebe es für die Spitäler keine «Kundensicherheit» mehr, die Spitalgruppen müssten sich selber refinanzieren. Was zum Standortentscheid Saanenmöser führte, listete STS-Vizepräsident Peter Dolder auf. Unter anderem: «50000 Menschen in der Hochsaison, jährlich 1200 Rettungsdienstfahrten und 104 Heliflüge während des Winters.» Die regionale, soziale und öko-logische Gesamtbetrachtung rechtfertige eine stationäre Versorgung», so der STS-Vertreter. Jean-Pierre Beuret, Leiter Pflegedienst im Spital Zweisimmen, erläuterte die betriebsökonomischen Aspekte im Spitalbetrieb. 70 Prozent aller Kosten seien Personalkosten.

Von AGR bis Oberingenieur

Die Rolle der Bergregion erläuterte Co-Präsident Erwin Walker. Albrecht Bandi von Infraconsult zeigte die Schritte der Machbarkeitsstudie bis zur Standortwahl. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), das Naturschutz- und das Jagdinspektorat, die MOB, die Bergbahnen BDG, das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) und der Oberingenieurkreis 1 hätten ihre Meinung zum Spitalstandort ebenfalls abgegeben.

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