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Auch Junge fordern Videoüberwachung

Junge Nachtschwärmer machen sich Gedanken über die unbefriedigende Situation in der Thuner Ausgehszene. Sie fordern nicht nur mehr Nachtlokale, sondern auch erhöhte Polizeipräsenz und punktuelle Videoüberwachung.

Bald auch in Thun? Der Gemeinderat lässt den Einsatz von Kameras zur Überwachung von neuralgischen Punkten prüfen.
Bald auch in Thun? Der Gemeinderat lässt den Einsatz von Kameras zur Überwachung von neuralgischen Punkten prüfen.
Archiv TT/Wüthrich

«Der Vorstoss hat mich doch einigermassen überrascht.» Peter Siegenthaler, zuständiger Gemeinderat für die Sicherheit in Thun, bezieht sich dabei auf die gestern veröffentlichte Mitteilung von «Thun rockt!». Darin fordert das überparteiliche Komitee die Verantwortlichen der Stadt Thun auf, gegen den übermässigen Nachtlärm und den zunehmenden Vandalismus, insbesondere in der Innenstadt, vorzugehen. «Wir sind schockiert darüber, wie sich Jugendliche teilweise benehmen», sagt Rahel Wenigerkind. Die Jungfreisinnige ist Mitglied des Präsidiums von «Thun rockt!».

Saufen, lärmen, zerstören

Nicht nur an besonderen Anlässen wie der 1.-August-Feier, dem Thunfest oder jüngst dem Ausschiesset präsentiere sich die Situation schlimm, sondern an jedem lauen Sommerabend. «Es gibt Jugendliche, die einfach nicht wissen, wie man sich zu benehmen hat», so Wenigerkind. «Sie saufen, lärmen und zerstören fremdes Eigentum und bringen so alle Jungen in Verruf.» Dem will das Komitee, dass sich bisher für eine attraktive Ausgehsituation starkgemacht hat, ohne jedoch repressive Schritte zu fordern, nun entgegenwirken. Konkret verlangt «Thun rockt!»:

? eine Videoüberwachung an neuralgischen Orten wie dem Mühleplatz oder in der Oberen Hauptgasse, um gewalttätige und lärmende Personen identifizieren zu können;

? höhere Polizeipräsenz an Freitag- und Samstagabenden;

? Einführung eines Ordnungsbussensystems gegen Littering;

? Miteinbeziehen der Nachtlokalbetreiber (z. B. Ausweitung des Einsatzes privater Sicherheitskräfte);

? gemeinsames und koordiniertes Engagement gegen Nachtlärm und Vandalismus mit allen Beteiligten (Anwohnerschaft, Stadt, Polizei, Vertretern der Nachtschwär-mer, beispielsweise Aktion «go4thun», Komitee «Thun rockt!»), um Jugendliche zu anständigem Verhalten im Ausgang aufzurufen.

Die Idee der Videoüberwachung ist indes nicht neu. Gemeinderat Peter Siegenthaler (SP) macht sich seit längerem für einen punktuellen Einsatz stark. «Ich habe einen Vorschlag ausgearbeitet, wo Kameras installiert werden sollen.» Um welche Örtlichkeiten es sich dabei neben dem Mühleplatz handelt, will er indes noch nicht preisgeben. «Der Ball liegt jetzt beim Kommando der Kantonspolizei, das überprüft, ob meine Abklärungen dem Gesetz entsprechen.» Siegenthaler rechnet noch diesen Herbst mit dem Bescheid, ob ein Kameraeinsatz in der Thuner Innenstadt legal ist.

«Zustand unbefriedigend»

Regierungsstatthalter Marc Fritschi, der sich ebenfalls intensiv mit den Themen Nachtlärm und Vandalismus auseinanderzusetzen hat, begrüsst das Engagement der jungen Nachtschwärmer. Er sagt: «Ich bin für Gespräche offen.» Klar sei, «dass der aktuelle Zustand nicht befriedigend ist». Fritschi will denn auch die Situation im Auge behalten, vor allem im Zusammenhang mit den noch unbekannten Auswirkungen des Rauchverbots auf die Nachtruhe. «Die Videoüberwachung und erhöhte Polizeipräsenz müssen von der Gemeinde beschlossen werden», sagt Fritschi, der als einen der Lösungsansätze den Ausbau des bestehenden Sicherheitsdienstes sieht.

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