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Bewohner hatte einen Schutzengel

Riesiges Glück für einen Mann, der unterhalb des Hellhorns in Kandersteg wohnt. Nach einem Felssturz donnerten mannsgrosse Steinbrocken zu Tal und zerstörten sein Haus. Er blieb wie durch ein Wunder unverletzt.

Diesen Samstagmorgen wird der Kandersteger Martin Schindler nicht so schnell vergessen. Er war in seinem kürzlich erworbenen Heimetli, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Talstation der Allmenalp-Bahn befindet, als sich kurz vor 9 Uhr zwischen 200 und 300 Kubikmeter Fels am Hellhorn lösten. Auf einem Vorsprung unterhalb der Absturzstelle zersplitterte der grosse Felsbrocken. Dann donnerten die mannsgrossen Stücke zu Tal.

Felsbrocken in der Wohnung

«Es klang, als würden mehrere Lastwagen gleichzeitig Kies abladen», sagte eine Augenzeugin später. Sie hatte die Szenerie von der anderen Talseite beobachtet. «Sehr viel habe ich aber nicht gesehen, weil der Nebel noch tief hing», sagte sie. Auf dem Weg ins Tal walzten die Felsbrocken rund zwei Hektaren Schutzwald nieder. Mehrere Steine zerschlugen die Wand von Schindlers Haus und kamen erst im Gebäudeinneren zum Stillstand. Wie durch ein Wunder blieb Martin Schindler, der als Wirt des Restaurants Sport und als stellvertretender Eismeister in Kandersteg kein Unbekannter ist, unverletzt. Er erlitt lediglich einen Schock. Sein Haus, das seit Jahrzehnten an dieser Stelle steht, ist hingegen nicht mehr bewohnbar. Es wird wohl abgerissen werden müssen. Sechs Fahrzeuge wurden ebenfalls beschädigt. Der Pösteler, der sich auf der Anfahrt befand, konnte sich retten, sein Auto wurde von Steinen demoliert. «Die genaue Schadensumme kann noch nicht beziffert werden», sagte Regierungsstatthalter Christian Rubin an einer eilends einberufenen Pressekonferenz am Samstagmittag. Bahnbetrieb eingestellt Aus Sicherheitsgründen hat die Allmenalp-Bahn den Betrieb nach dem Felssturz eingestellt. Die Kabine wurde aber nicht in der Talstation, sondern auf halber Strecke parkiert, damit allfällige, weitere Felsstürze sie nicht beschädigen können. Ebenfalls geschlossen ist vorläufig der Klettersteig Allmenalp. Er befindet sich nur wenige hundert Meter entfernt von der Absturzstelle. Beim Felssturz hatten sich mehrere Bergsteiger im Klettersteig befunden. Für sie bestand aber keine Gefahr. Offen bleibt dagegen der Wanderweg Kandersteg-Ueschinental-Allmenalp.

Stelle wird beobachtet

Ein Bild vor Ort machte sich am Samstag auch der Geologe Hans Rudolf Keusen. Er hat die schwer zugängliche Absturzstelle vom Heli aus begutachtet. «Es ist ein ausserordentliches Ereignis», sagte er nach seiner Rückkehr. So wie er die Lage einschätze, sei das gesamte, lose Material zu Tal gedonnert. Weitere Felsblöcke seien nicht unmittelbar absturzgefährdet. Trotzdem blieb das Felssturzgebiet am Wochenende abgesperrt. Heute Montagmorgen beurteilen die Behörden die Situation vor Ort neu und entscheiden dann, ob weitere Sicherungsmassnahmen nötig sind, und ob die Allmenalp-Bahn ihren Betrieb wieder aufnehmen kann.

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