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Bruno Kernen im Verwaltungsrat

Der Ex-Spitzenskifahrer Bruno Kernen, ursprünglich aus Reutigen, ist in den Verwaltungsrat der Wiriehornbahnen gewählt worden. Die Generalversammlung verlief ruhig, Sorgen bereitet aber die kritische Finanzlage.

Wohl dank Bruno Kernen hat die Wiriehornbahnen AG an der Generalversammlung die Kurve gerade noch gekriegt. Seine Bereitschaft, im Verwaltungsrat mitzuarbeiten, liess die Versammlung versöhnlich ablaufen. Nachdem im Sommer Verwaltungsratspräsident Erich Ramel und die Mitglieder Evelyn Meyer und Jürg Gerber Knall auf Fall zurückgetreten waren (wir haben berichtet), rumorte es nämlich hinter den Kulissen. 96 Aktionäre mit 378 Aktienstimmen stellten auf die Versammlung hin drei Anträge: Dem verbliebenen Verwaltungsrat keine Entlastung erteilen; Den Verwaltungsrat von sieben auf fünf Sitze verkleinern; Die drei verbliebenen Verwaltungsräte abwählen.

Anträge zurückgezogen

Verhandlungen in den allerletzten Tagen – mit der Aussicht auf die Mithilfe von Bruno Kernen – haben den Verwaltungsrats-Vizepräsidenten und SVP-Grossrat Hans Küng sowie Erwin Mani schliesslich bewogen, auf eine weitere Kandidatur zu verzichten. «Unter diesen Umständen ziehen wir unsere drei Anträge zurück», gab Heidi Mani vom Unterschriftenkomitee an der Versammlung bekannt. Anwesend waren 170 Leute mit 1654 Aktienstimmen.

Zur Wahl in den Verwaltungsrat standen: Bruno Kernen (Reutigen), Jürg Gerber (Belp), Erich Klauwers (Horben), Walter Mani (Erlenbach), Evelyn Meyer (Entschwil) und der einzig verbliebene Bisherige, Arnold Wiedmer (Zwischenflüh). Der siebte Vertreter wird vom Gemeinderat gestellt. Das ist bis Ende Jahr noch Alfred Klossner (Schwenden).

Kernens Bedingung

«Ich habe nur unter der Bedingung zugesagt, dass die im Sommer wegen Strategie-Differenzen zurückgetretenen Evelyn Meyer und Jürg Gerber wieder mitmachen», gab Bruno Kernen bekannt. «Die Bahn braucht das Wissen und den Enthusiasmus dieser beiden fähigen Leute.» Er selber bringe ein Netzwerk von Kontakten mit und wolle im Team mithelfen, das Unternehmen wieder auf gesunde Beine zu stellen.

Die Kandidierenden wurden schliesslich offen und in Globo gewählt. Versammlungsleiter Hans Küng wünschte ihnen für ihr kommendes Wirken «eine gute Hand».

Kritische Finanzlage

Die vergangene Saison bescherte den Wiriehornbahnen einen Verlust von 381907 Franken. Das Ergebnis fiel zwar um 130000 Franken besser aus als budgetiert, zusammen mit dem Verlustvortrag aus dem Vorjahr steigt der Bilanzverlust aber auf 1,5 Millionen Franken. «Jetzt müssen wir unsere Sparstrategie durchziehen – unser Ziel für die neue Saison muss mindestens eine schwarze Null sein», gab deshalb Jürg Gerber bekannt. «Wir können nicht fahren, bis die Kasse leer ist.»

«Einigkeit ist nötig»

Und später erklärte Bruno Kernen gegenüber unserer Zeitung: «Wir dürfen uns nichts vormachen – noch ein so schlechtes Winterergebnis und es wird für die Wiriehornbahnen sehr, sehr eng.» Jetzt brauche es dringend Einigkeit aller Beteiligter.

Evelyn Meyer rief die Anwesenden auf, dafür zu sorgen, dass die letzten Aktien der dritten Erhöhungstranche noch gezeichnet werden. «Da fehlen uns noch 200000 Franken. Dann hoffen wir auf möglichst viel Schnee. Der Sommerbetrieb hat sich zwar erfreulich entwickelt, ist aber immer noch im Aufbau.»

Gemeinderatspräsident Beat Klossner zeigte sich fürs erste erleichtert. «Der Scherbenhaufen um die Diemtigtaler Bergbahnen ist zusammen gekehrt.» Die Probleme seien hauptsächlich privater und nicht sachlicher Art gewesen. «Ich danke deshalb allen bisherigen Verwaltungsräten. Die Rücktritte heute zeugen von Grösse!»

Abschliessend wurde orientiert, dass das umstrittene neue Hohmadseil, das im Sommer zum Eklat geführt hatte, bestellt sei und im November geliefert werde. Die drei damals austretenden Verwaltungsräte hatten den Homadlift für ein Jahr stilllegen wollen. Auf den Winter steht auch ein neues Billettsystem bereit.

Die Sommersaison am Wiriehorn läuft noch bis zum 2. November. «Das Diemtigtal ist ein Traum in jeder Zeit», stellte der ausgeschiedene Verwaltungsratspräsident Erich Ramel fest. «Sorgen wir jetzt dafür, dass es zum kundenfreundlichsten Tal des Oberlandes wird.»

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