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Busunternehmen nach Kritik wieder auf Kurs

Nach den negativen Schlagzeilen im letzten Jahr ist die Automobilverkehr Frutigen-Adelboden AG wieder auf Kurs. «Der Abschluss sieht besser aus und die Kosten konnten gesenkt werden», sagt Geschäftsführer Paul Graf.

Ein Linienbus der Automobilverkehr Frutigen-Adelboden AG lädt Wintersportler beim Bahnhof Frutigen ein.
Ein Linienbus der Automobilverkehr Frutigen-Adelboden AG lädt Wintersportler beim Bahnhof Frutigen ein.
Hans Rudolf Schneider

«Das Jahr 2009 schliessen wir besser ab als 2008. Das ist schon mal sicher.» Paul Graf, Geschäftsführer der Automobilverkehr Frutigen-Adelboden AG (AFA) ist froh, dass wieder Ruhe in den Betrieb gekommen ist, nachdem im letzten Jahr die Rechnung zurückgewiesen wurde und der Verwaltungsrat neu besetzt werden musste (siehe Kasten). «Der Abschluss ist zwar noch nicht fertig, jedoch sehe ich Licht am Ende des Tunnels», zieht Graf Fazit. Aufgrund der schlechten Vorjahre sei eine Verbesserung mit ein bisschen Engagement und Ideen gut möglich gewesen.

«Wieder stolz sein»

«Einst war man stolz, bei der AFA zu arbeiten. Das hat sich in den letzten Jahren leider geändert. Doch wir wollen wieder dahin zurück!» Grundlage dafür ist ein gutes Fundament für das Busunternehmen – vor allem finanziell. Die Kosten müssen noch weiter sinken, der Ertrag muss noch weiter gesteigert werden, fasst der Geschäftsführer die wichtigsten Ziele zusammen.

Konsequenter verrrechnen

«Wir haben schon einiges an Kosten gesenkt, alle Mitarbeiter machen dabei toll mit. Doch es braucht noch mehr, dies wurde lange vernachlässigt. Und wir müssen auch noch konsequenter alles verrechnen, was wir leisten», schaut der AFA-Geschäftsführer (seit 1. Januar 2009) vorwärts. Damit könne eine Grundlage geschaffen werden, um auch schlechtere Jahre unbeschadet überstehen zu können.

«Zum Teil haben wir bei Lieferanten bessere Konditionen erhalten. Andererseits haben wir einige Altlasten und längerfristige Verträge, die wir erfüllen wollen und müssen.» Es gehe nicht einfach von heute auf morgen, bemerkt Paul Graf. Sorgenkind war und ist der Ortsverkehr an der Lenk, der seit 2006 von der AFA betrieben wird. Auch dort wurde die Schraube angezogen, Effizienz und Angebot wurden verbessert: «Früher wurde nach einem unverbindlichen Fahrplan gefahren. Das ist heute nicht mehr möglich, wir müssen einen Fahrplan einhalten», sagt Graf. Das Produkt an und für sich werde gut akzeptiert und er ist sicher, im Obersimmental bald «Zahlen zu haben, die sich auch sehen lassen können».

Das schnelle Wachstum des Adelbodner Unternehmens gerade mit der Übernahme der Lenk hat zur roten Karte der Aktionäre beigetragen, da Rückstellungen für die Deckung von Defiziten aufgelöst wurden. Hier hat der neu zusammengesetzte Verwaltungsrat offenbar zügig vorwärts gemacht. «Ich bin erfreut, wie schnell sich die Verwaltungsräte in die nicht einfache Materie des öffentlichen Verkehrs eingearbeitet haben. Das Klima ist sehr erfreulich.»

Mehreinnahmen erhofft

Nicht unglücklich ist er vom Vorschlag der SBB, die Preise für Halbtax- und Generalabonnemente zu erhöhen. Das würde sich mit einer Verzögerung von etwa zwei Jahren positiv auf die Einnahmen auswirken. Heute werde an einer Einzelfahrt viel mehr verdient, mit der Anpassung würde sich dieser Unterschied positiv für das Unternehmen verkleinern.

Denn auch künftig wird das Unternehmen nicht vor grösseren Investitionen Halt machen können. «Aufgrund der vom Kanton akzeptierten Offerten für den Linienbetrieb sind Vorgaben zu erfüllen. Gerade im Bereich Sicherheit oder Behindertengängigkeit können keine Abstriche gemacht werden und das kostet.» Für die Linienkonzessionen erhält das Unternehmen Geld der öffentlichen Hand, diese Abgeltungen machen «einen rechten Teil» des AFA-Umsatzes aus – dieser liegt um die 30 Prozent.

Fit werden

Und die öffentlichen Ausschreibungen von Linien zwingen zu viel mehr Effizienz und schlankeren Strukturen, wie Graf bestätigt. Sie spornen zudem an: «Wenn unsere Linien in einigen Jahren wieder ausgeschrieben werden, wollen wir fit sein, um diese weiterhin betreiben zu können.»

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