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Das Wasser in Schranken gewiesen

Im Sommer 2007 wurden im Chrattiggraben Verbauungen weggerissen. Nun wurden diese durch einen offenen Gerinneverbau ersetzt. Die Kosten be- tragen 386'000 Franken, 68 Prozent werden an Subventionen erwartet.

Ernst Spycher, Wasserbauingenieur Oberingenieurkreis I des kantonalen Tiefbauamtes, sagte an der Einweihung in Krattigen: «Das Schadenpotenzial ist nicht riesig, aber bei diesem Untergrund weiss niemand, was passiert.» Er spielte damit auf den heimtückischen weil gipshaltigen Boden im Chrattiggraben an. Letzte Woche konnte hier die Instandsetzung der Verbauung Chrattiggraben abgeschlossen werden. Die Arbeiten wurden sehr schnell durchgeführt: Baustart war am 2.Juni, Ende September, wegen Gewitterereignissen einen Monat später als geplant, wurden die Arbeiten beendet.

Die Gemeinde Spiez hatte die Federführung bei der Koordination und die Kostenverteilung unter den Partnern übernommen. Der Kredit von 450000 Franken wurde nicht ausgeschöpft, die Baukosten betragen 386000 Franken. Von Bund und Kanton können 68 Prozent Subventionen erwartet werden, hiess es an der Feier. Nebst den Gemeinden bezahlt auch die BLS AG, deren Linie Spiez–Interlaken unterm Chrattiggraben verläuft, 50000 Franken an die Kosten.

«Lieber Spiezgraben...»

Sechs neue Betonsperren wurden gebaut und deren vier angepasst. Ein Auffangbecken wurde errichtet, und auf 114 Metern Länge wurden Wellstahlhalbschalen mit seitlichen Betonriegeln eingebaut. Die am Bau beteiligten Firmen (Watag AG, Wattenwil, Geotechnisches Institut und Emch und Berger, Spiez) wie auch das Tiefbauamt und die beiden Gemeinden zeigten sich glücklich über die gute Zusammenarbeit, wie sie an der Feier in Krattigen betonten. Fröhlich meinte Willi Heim, Gemeindepräsident von Krattigen: «Uns wäre lieber, die Gemeindegrenze wäre nicht genau mitten im Graben. Dann könnte die Gemeinde Spiez die ganzen Kosten tragen und dafür den Graben in Spiezgraben umtaufen.» Der Spiezer Gemeinderat und Bauvorsteher Klaus Brenzikofer war erleichtert über den unfallfreien Abschluss der Arbeiten und dankte den Bauarbeitern: «Ihr habt mit Pickel und Schaufel harte, schwierige und schmutzige Arbeit erledigt.»

Erschwerte Bedingungen

Am 19.Juli 2007 zerstörte ein Hochwasser nach Hagel und Gewitter die Verbauung des Chrattiggrabens auf einer Länge von 100 Metern. Holzschwellen und Wellstahlhalbschalen wurden dabei weggerissen. Eine besondere Herausforderung bildete der gipshaltige Untergrund, der vom Regen aufgelöst wird und Hohlräume bildet. Das Wasser des Bachs versickerte. Ein Teil trat weiter unten im Bachbett wieder an die Oberfläche, die Hälfte floss in nordwestliche Richtung und kam erst im Güetital wieder zutage. Es gefährdete Häuser und die Bahnstrecke Spiez–Interlaken. In einer Sofortmassnahme wurde 2007 das Wasser in einem Kunststoffrohr abgeleitet. Nun ist im Chrattiggraben wieder alles in Ordnung. Die Gemeinden Krattigen und Spiez hoffen nun, dass die Verbauung diesmal länger als 15 Jahre halten wird.

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