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Der Untergletscher kollabiert

Der Untere Grindelwaldgletscher kollabiert langsam. Im Bereich des ehemaligen grossen Gletschersees scheint sich ein riesiger Toteisriegel zu bilden. Das Abflussverhalten stellt momentan keine Gefahr für Grindelwald Grund dar.

Apokalyptisch: Die Szenerie auf dem Unteren Grindelwaldgletscher.
Apokalyptisch: Die Szenerie auf dem Unteren Grindelwaldgletscher.
Bruno Petroni

Riesige Eiswände fallen ineinander. Pausenlos «chroset» und gluckert es irgendwo. In der labilen Steilflanke der Stiereggmoräne, die mittlerweile auf eine Grösse von zehn Fussballfeldern angewachsen ist, sind immer wieder Steinschläge und kleine Murgänge zu sehen und zu hören.

Der letzte grosse Rutsch ereignete sich am 2.März. «Das war ein riesiger Erdrutsch von 200000 Kubikmetern, der sogar weite Teile des Seebeckens auffüllte», weiss Nils Hählen. Der Wasserbauingenieur des kantonalen Tiefbauamtes weiss auch, «dass dieser Murgang keinen Einfluss auf das momentan günstige Abflussverhalten des Gletscherwassers hat». Auch die tiefen Temperaturen im Winter vermochten offenbar das Abflusssystem im Inneren des Gletschers nicht zuzufrieren, sodass diese subglazialen Kanäle das Schmelzwasser aus der Fiescherlücke gut abführen können. Dies ist auch nötig, denn der Ausgang des vor zwei Jahren für 15 Millionen Franken fertiggestellten Schrägstollens zum Gletschersee liegt nach einer grossen Lawine vom Challi her unter 30 Meter hohen Schneemassen. Bis dieser Lawinenkegel weggeschmolzen ist, dürften Wochen vergehen.

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