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Die Bewilligung ist in Reichweite

Gegen das Bauvorhaben, neben dem Bahnhof Interlaken Ost eine Jugendherberge sowie eine neue Raiffeisenbank zu bauen, hat niemand Einsprache erhoben. Doch ob es dafür Geld vom Kanton Bern gibt, ist noch offen.

Gleich auf der linken Seite neben dem Bahnhof Interlaken Ost soll die neue Jugendherberge mit einer Raiffeisenbank gebaut werden. Dazu müsste unter anderem der Schuppen weichen.
Gleich auf der linken Seite neben dem Bahnhof Interlaken Ost soll die neue Jugendherberge mit einer Raiffeisenbank gebaut werden. Dazu müsste unter anderem der Schuppen weichen.
Susanna Michel

Die Schweizerische Stiftung für Sozialtourismus, ist die Eigentümerin von allen Jugendherbergen der Schweiz. Nun packt sie beim Bahnhof Interlaken-Ost ein neues Projekt an: Eine neue «Jugi» mit 200 Betten. Im selben Gebäude wird auch die Raiffeisenbank Jungfrau ihren Sitz haben. Die Stiftung für Sozialtourismus investiert in die neue Jugendherberge 12 Millionen Franken inklusive dem Kauf des Landes aber ohne den Teil der Raiffeisenbank.

Eben ist die Einsprachefrist zur Baupublikation abgelaufen. Regierungsstatthalter Walter Dietrich erklärt auf Anfrage: «Es sind keine Einsprachen gegen das Vorhaben eingegangen.» Unter anderem wohl auch, weil das Projekt keine Ausnahmebewilligungen beansprucht. Ganz grünes Licht hat die Bauherrschaft aber noch nicht: «Ich warte noch auf Amts- und Fachberichte», sagt Walter Dietrich, «erst wenn die vorliegen und ebenfalls nicht gegen das Bauvorhaben sprechen, kann ich die Baubewilligung erteilen.» Der Regierungsstatthalter rechnet allerdings damit, diese Amtshandlung bald zu machen. Somit können die Stiftung für Sozialtourismus und die Raiffeisenbank Jungfrau an ihrem Plan festhalten und im kommenden Herbst den Spatenstich feiern.

Fragerunde gestartet

Die Stiftung hat beim Kanton Bern, genauer beim Wirtschaftsamt beco, im Rahmen der Neuen Regionalpolitik des Bundes (NRP), ein Gesuch um finanzielle Hilfe gestellt. Dagegen hat der Hotelierverein Berner Oberland Einsprache erhoben (wir haben berichtet).

Daniel Wüthrich, Leiter Geschäftsbereich Tourismus und Regionalentwicklung des beco, präzisiert: «Es handelt sich nicht um ein Gesuch, sondern um eine Voranfrage der Stiftung für Sozialtourismus.» Das Wirtschaftsamt habe die Haltung der Betroffenen wissen wollen und deshalb eine Umfrage gestartet, um der Stiftung antworten zu können. Je nach Stellungnahmen werde in den nächsten Wochen ein «Runder Tisch» mit allen Betroffenen angeboten.Über die Anfrage wird aber laut Wüthrich nicht vor Ende August entschieden.

«Markt verfälschen»

Auch die Swiss Backpackers Mitglieder aus Interlaken sprechen sich gegen eine finanzielle Unterstützung der Stiftung durch den Kanton aus. In einem Schreiben ans beco erklären sie, Interlaken habe das Potential der Backpacker-Gäste schon lange erkannt, die acht bis zehn Hostels seien mit einer Jugendherberge vergleichbar.

Eine neue «Jugi» ist laut den Swiss Backpackers Mitgliedern eine direkte Konkurrenz zu den bestehenden Betrieben. Deshalb stehen sie einem Engagement des Kantons im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) negativ gegenüber. «Ein subventionierter Jugendherbergsbetrieb würde den Markt verfälschen und Investitionen von privaten Betrieben bremsen», schreiben die «Backpacker» dem Kanton. Damit werde die Innovation, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit der Region nicht gestärkt wie das der Sinn der NRP sei. Zudem verfügten die Jugendherbergen bereits heute über «Marktvorteile, die wettbewerbsverzerrend wirken». So seien der Verein Schweizer Jugendherbergen wie die Stiftung für Sozialtourismus steuerbefreite Organisationen und könnten dadurch zu sehr günstigen Bedingungen Einsatzplätze für Zivildienstleistende anbieten.

Die Mitglieder Backpackers Interlaken sind jedoch bereit, an einem «Runden Tisch» teilzunehmen.

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