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Ein Dorf im Dunkeln

Thierachern geht neue Wege beim Energiesparen: Als erste Gemeinde im Kanton Bern lässt sie die Strassenbeleuchtung in der Nacht abschalten.

Von 01.00 bis 05.00 Uhr herrscht künftig Dunkelheit, wie der Gemeinderat auf der Website der Gemeinde mitteilt. Die Exekutive des 2300-Seelen-Orts im Westen von Thun will einerseits Strom und Geld sparen und andererseits etwas gegen die Lichtverschmutzung tun. Die Bevölkerung durfte vor dem Entscheid des Gemeinderats auch mitreden: In einer Umfrage begrüssten 24 von 29 Bürgern die Neuerung.

Nach Angaben des bernischen Stromversorgers BKW handelt es sich um ein Novum. «Im Kanton Bern ist uns keine weitere Gemeinde bekannt, welche nachts die Strassenbeleuchtung abschaltet», bestätigte BKW-Sprecher Antonio Sommavilla einen Bericht im «Thuner Tagblatt» vom Donnerstag. Das Thema werde auch andernorts diskutiert.

Begeisterung hält sich in Grenzen

Die Begeisterung der BKW hält sich in Grenzen; sie begrüsst zwar Massnahmen für die effiziente Nutzung von Strom, rät aber ihren Kunden lieber zu Erneuerungs- und Modernisierungsschritten.

So könne mit dem Einsatz von LED-Lampen ebenfalls Energie gespart werden, gab Sommavilla zu bedenken. Oder man könnte die Strassenbeleuchtung in der tiefen Nacht abdimmen statt ausschalten. Das sei auch aus Sicherheitsüberlegungen eine prüfenswerte Alternative.

Die Sicherheitsfrage habe ihn auch beschäftigt, hält der Gemeinderat von Thierachern fest. Doch Fachleute seien der Meinung, dass Strassenbeleuchtungen zu Randstunden zwar ein Sicherheitsgefühl vermitteln könnten, nicht aber eine grössere Sicherheit.

Denn die Sozialkontrolle wirke natürlich nur, wenn sich andere Menschen im Strassenbereich aufhalten. «Das ist in Thierachern zu dieser Zeit nicht der Fall».

Der Spareffekt hält sich übrigens in Grenzen: Durch die vierstündige Dunkelheit spart Thierachern 24'500 Kilowattstunden und muss der BKW etwa 4500 Franken weniger zahlen - pro Jahr.

SDA/vh

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