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Ein eigener Armbrustpfeil und Wein zum Jubiläum

Der einstige Fulehung als Tätschmeister: Stefan Bütler ist Präsident des Thuner Kadettenvereins – und dieser feiert am Montag sein 25-Jahr-Jubiläum. Um 18.30 Uhr stellt er in der Konzepthalle 6 den Jubiläumswein und -armbrustpfeil vor.

In Jubiläumslaune: Stefan Bütler, Präsident der Thuner Kadettenkommission und ehemaliger Fulehung, will seineMitglieder am Montag mit einem Jubiläums-Rotwein und einem Jubiläums-Armbrustpfeil beglücken – und hofft auf ein doppeltes «ausverkauft».
In Jubiläumslaune: Stefan Bütler, Präsident der Thuner Kadettenkommission und ehemaliger Fulehung, will seineMitglieder am Montag mit einem Jubiläums-Rotwein und einem Jubiläums-Armbrustpfeil beglücken – und hofft auf ein doppeltes «ausverkauft».
Patric Spahni

Sie waren 14 Jahre lang Fulehung und gaben dieses ehrenvolle Amt nach dem Ausschiesset 2006 ab. Fehlt es Ihnen?

Stefan Bütler: Wenn ich jeweils am Montag um 5 Uhr auf dem Rathausplatz stehe, dann erinnere ich mich daran, wie es war – und es ist ein intensives Gefühl. Aber fehlen ist das falsche Wort.

Als Stefan Bütler können Sie nicht mehr mit Schyt und Söiplaatere die Leute begrüssen. Auch das fehlt Ihnen nicht?

(lacht) Nein, nein. Ich bin kein Schläger.

Und Sie konnten trotzdem so viele Jahre wild zuschlagen?

Mit dem Anziehen des Kostüms schlüpfte ich in die Figur des Fulehung – und schliesslich wollen die Leute mit Schyt und Söiplaatere begrüsst werden. Zudem gäbe es für den Fulehung ohne diese «Streicheleinheiten» oft gar kein Durchkommen in der Menge, und er könnte sich kaum fortbewegen.

Sie präsidieren den Thuner Kadettenverein, kurz TKV, seit 2007. Was bieten Sie nun Ihren Mitgliedern zum Jubiläum?

Wir bieten eine Hauptversammlung mit den üblichen Traktanden, verbunden jedoch mit etwas spezielleren Elementen.

Was wird speziell sein?

Sie findet ausnahmsweise in der Konzepthalle 6 statt und beginnt eine halbe Stunde früher, also um 17.30 Uhr. So bleibt vor dem Platzkonzert um 20.15 Uhr auf dem Rathausplatz auch genügend Zeit für Anekdoten und Gespräche beim Apéro.

Sonst gibt es nichts Spezielles?

Doch! Wir verkaufen einen Armbrust-Jubiläumspfeil und einen Rotwein aus der Region mit einer eigenen Etikette. Der Wein kostet 25 und der Pfeil 29 Franken.

Und wer soll diese Jubiläumspfeile und -weine kaufen?

Alle, die das Korps unterstützen wollen. Der Erlös fliesst in die TKV-Kasse und kommt so dem Korps zugute. Es ist und bleibt unser Vereinsziel, das Kadettenwesen zu fördern und es mit Geld und Ideen zu unterstützen.

Können die Pfeile und Weine auch anderswo bestellt werden?

Nein. Da es limitierte Auflagen sind, erhoffen wir uns natürliches ein doppeltes «ausverkauft».

Hat der TKV keine Probleme wie zum Beispiel, dass zu wenig Mitglieder aktiv mitmachen?

Wir haben einen treuen Kern an Vereinsmitgliedern. Zuweilen wünschen wir uns im Vorstand, wir könnten die jüngeren Ehemaligen – ab Promotion 2000 – noch etwas besser einbinden. Wir hoffen schon, dass am Montag etwas mehr an die Hauptversammlung kommen als üblich.

Wie viele Mitglieder gibt es?

Aktuell zählen wir gut 2900 Mitglieder. Da bei uns alle ehemaligen Kadettinnen und Kadetten automatisch Mitglied werden, gibt es bei uns ständig Nachwuchs.

Wie finanziert sich der TKV?

Er finanziert sich vor allem über die Mitgliederbeiträge, jedoch auch über den Verkauf zum Beispiel der Kunstblätter. Wir unterstützen das Korps mit 10'000 bis 20'000 Franken im Jahr.

Wie kam es eigentlich zur Gründung des TKV vor 25 Jahren?

Ruedi Meyer, der damalige Präsident der Kadettenkommission, initiierte 1986 den TKV. Erster Präsident wurde Fürsprecher und Notar Beat Walther.

Was war der Auslöser dafür?

Ursprünglich waren einzig die Schüler des Progymnasiums im Korps. Nach dem Schulaustritt wurden die Knaben automatisch Mitglied der Vereinigung der Thuner Prögeler, kurz VTP. Nachdem 1972 das Obligatorium abgeschafft und das Korps 1979 auch den Mädchen geöffnet worden war, fehlte ein Verein für alle ehemaligen Kadettinnen und Kadetten aus den übrigen Schulen. Der TKV ist eine Ergänzung zum VTP – und Heimat für alle Ehemaligen, die nicht im «Prögu» zur Schule gingen.

Und was tut der TKV am Ausschiesset genau?

Wir organisieren jeweils am Dienstagnachmittag das Armbrustschiessen und das Kleinkaliberschiessen der Ehemaligen. Zudem publizieren wir jährlich den «Täntsch», unsere Vereinszeitung, die nach den vier Scheiben beim Knabenschützenhaus benannt ist.

Und sonst?

Der TKV ist eine wichtige Stütze für das Korps und natürlich auch generell für die Tradition des Thuner Ausschiessets. Wir arbeiten mit Herzblut daran, dass sich diesbezüglich auch in Zukunft daran nichts ändert.

Worauf freuen Sie sich beim Ausschiesset am meisten?

(lacht) Ich freue mich, vom Fulehung mit einem Schlag begrüsst zu werden.

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