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Engel, Märli und Lichterglanz

Der traditionelle dreitägige Weihnachtsmarkt auf dem Bödeli fand diesmal bei milder Witterung statt. Unterseen war zum zweiten Mal mit dabei.

Fliegende Engel und Herzen aus Metall: Janine Thüring hütete auf dem Stadthausplatz Unterseen das Märithäuschen der Boutique Bamboo&Art.
Fliegende Engel und Herzen aus Metall: Janine Thüring hütete auf dem Stadthausplatz Unterseen das Märithäuschen der Boutique Bamboo&Art.
Monika Hartig

«Das Wetter ist heuer sehr günstig, wir rechnen mit etwa 10- bis 15000 Besuchern», erklärte Peter Wenger, OK-Mitglied des Weihnachtsmärits, am Samstag. Dieses Jahr waren es 140 Aussteller von nah und fern, die an Ständen oder Märithäuschen ihre Waren präsentierten. Zum Märitbeginn am Freitag um 16 Uhr waren bereits etliche Besucher auf dem Stadthausplatz Unterseen unterwegs, um die magische Szenerie, wenn es einnachtet, zu erleben. Es war weder kalt noch windig. Zusehends belebten sich auch die Strassen von Interlaken. Der Samichlaus, mit seinem sanften Esel Clementine unterwegs zum Marktplatz, verteilte Nüssli, Schokolade und Mandarinen und liess die vielen begeisterten Kinder das Tier streicheln. «Für Kinder und alte, oft demenzkranke Menschen ist es eine Herzensfreude, wenn sie uns sehen,» sagte der Samichlaus.

Märittreiben im Zentrum

Über dem Märitplatz lag der Rauch von Holzfeuer, man hörte südamerikanische Panflötenmusik. Die Ballenberg-Dampfbahn bot Würste vom Rauchkammergrill an, während die Habker Bauern chüschtige Bergkäsespezialitäten zum Probieren offerierten. Überall war Glühwein oder Apfelpunsch zu haben. Im Märlizelt des Waldkindergartens Tatatuk war ein Kasperltheater zu bestaunen. An zahlreichen Ständen zeigten Hobbykünstler liebevoll gearbeitete textile Handarbeiten, Schmuck, Raumschmuck oder Spielzeug. Schwemmholz von den Unwettern im Herbst wurde vielfach kreativ zu Engeln, Skulpturen oder Bilderrahmen gestaltet. Die Märitbesucher genossen sichtlich die weihnachtliche Ambiance. Angeregt und fröhlich war auch die Stimmung in der Bar Winterpinte bei offenem Feuer, Musik und Kerzenschein. «Wir vier Kollegen bieten das seit Jahren an, aus reiner Freude daran, den Leuten eine Freude zu machen», sagte Pintenwirt Adrian Aebersold aus Unterseen.

Grosser Besucherandrang

Am Samstagnachmittag drängten sich die Besucher dicht in Interlakens Strassen. Unterseen war weniger überlaufen. Dort fand gleichzeitig das Unterseer Chilchenfest statt. Bäcker Markus Mohler buk vor dem Haus Berliner mit Himbeerfüllung, die sofort weggingen. Beim Stand Alpensnack am Stadthausplatz gab es Currywurst und Crêpes. Befragte Märitbesucher rühmten die Schönheit der weihnachtlich dekorierten Märithüsli aus Holz und bedauerten durchweg, dass es auf dem ganzen Märit so viele Stände mit Schals und Kleidern gebe. «Ich wünsche mir noch mehr Weihnachtszeug wie etwa Geschirr oder Tischdecken», sagte Martha Luginbühl aus Wilderswil. «Es sind zu viele indianische Schmuckstände aus Südamerika da, die haben alle die gleiche Ware», beanstandete der Jugendliche Philip Hartmann aus Matten.

Jungfraustrasse: Viel Betrieb

Am Samstagabend lief dann der Märit auch in der Jungfraustrasse und auf dem Ammann-Hofer-Platz, wo eine Familie von Schwarznasenschafen in ihrem Gehege zu bewundern war. Die Männergruppe Round Table 34 verkaufte Glühwein und Weissweinrisotto zur Unterstützung der JAB Jugendarbeit Bödeli. Isabelle Frutiger aus Ringgenberg präsentierte bunten, selbst gemachten Schmuck, Elisabeth Kleist aus Bönigen eine kreative Auswahl an Raumschmuck zum Aufhängen. Der Besucherandrang in der Jungfraustrasse war gross, die Stimmung angeregt und freudig. Ein Musikkorps der Heilsarmee trug dazu bei, als es Lieder wie «Stille Nacht» oder «Jesus, meine Sonne» sang und spielte, während es sich ausgerechnet unter dem Logo der Spirituosenhandlung «Flaschengeist Shop» positionierte. OK-Mitglied Beat Lorenz zog Samstagabend kurz Bilanz: «Wir sind zufrieden. Die Leute, das Wetter, die Atmosphäre – alles stimmt.» Märitbesucher Ralph Good aus Stechelberg lobte die Vielfalt des Weihnachtsmärits: «Von Wollsocken bis Hightech ist alles zu haben.» Monika Hartig>

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