FDP-Kantersieg in der SVP-dominierten Gemeinde

Wattenwil

Der Ausgang der Gemeindepräsidentenwahl in Wattenwil war total offen. Umso deutliche fiel das Resultat zugunsten von Peter Hänni (FDP) schliesslich aus.

Peter Hänni auf der Laube seines Hauses: Er wird am 1. Januar die Nachfolge von Gemeindepräsident André Bähler antreten.

Peter Hänni auf der Laube seines Hauses: Er wird am 1. Januar die Nachfolge von Gemeindepräsident André Bähler antreten.

(Bild: Patric Spahni)

Die beiden Männer sind in Wattenwil beliebt und gut vernetzt: auf der einen Seite Peter Hänni (FDP), langjähriger Lehrer und Leiter des Oberstufenzentrums, seit 2005 Mitglied des Gemeinderates und seit fünf Jahre Vizegemeindepräsident. Auf der anderen Seite Jürg Soltermann (SVP), Friedhofsgärtner und passionierter Kegler, aber ohne politische Erfahrung. Der Nachteil des Neulings war es dann wohl auch, der in der SVP-dominierten Gemeinde den Ausschlag gab: Peter Hänni erzielte 787 Stimmen (74 Prozent), Jürg Soltermann 277.

Die örtliche FDP-Präsidentin Priska Liechti zeigte sich gestern hocherfreut über das Resultat: «Die Wahl war eine Zitterpartie, der Ausgang für uns alle völlig offen.» – «Die Spannung in den letzten Wochen war gross», pflichtete Peter Hänni ihr bei. «Doch es ist gut, dass es überhaupt eine Wahl gab. Sie sorgt für klare Verhältnisse, was bei einem Gemeinderat, in dem die SVP fünf von sieben Sitzen hält, um-so wichtiger ist.» Er freue sich darauf, die Arbeit mit seinen Gemeinderatskollegen fortzusetzen. Er sei ab Januar zwar Gemeindepräsident, aber die einzelnen Ressortvorsteher würden ihre Geschäfte selber vorbereiten. Lobende Worte fand Hänni auch für die Verwaltung: «Wir können den Kadern zwar keine hohen Löhne anbieten – dafür können unsere Gemeindeangestellten in einem guten Klima arbeiten und haben die Möglichkeit, etwas zu bewirken.»

Zeit des Umsetzens

Als Gemeindepräsident wird Hänni sein geliebtes Schulressort aufgeben und künftig unter anderem für die Finanzen tätig sein – Erfahrungen hat er damit bereits gesammelt, als er André Bähler während mehrerer Monate vertreten musste. «Wir leben in einer Zeit des Umsetzens», betonte er, «etwa im Bauwesen und bei der medizinischen Grundversorgung.»

Damit bezog sich Hänni auf das Statement von SVP-Präsident Dominik Antenen, der Hänni zuvor als Visionär bezeichnet hatte, bei dem es mit der Umsetzung der Geschäfte hapere. «Uns ist es nicht gelungen, die Leute davon zu überzeugen, dass wir mit Jürg Soltermann einen Macher und Umsetzer am Start hatten.» Trotzdem habe die SVP einen Achtungserfolg erzielt. Als Politneuling sei er mit seinem Resultat eigentlich zufrieden, ergänzte Soltermann. «Trotzdem bin ich von dem klaren Verdikt der Stimmbürger enttäuscht – aber nicht schwer. Man kann weiter auf mich zählen, wenn ich etwas für Wattenwil tun kann.»

Berner Oberländer

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