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Feuerwehr-Einsatz mit Nachspiel

Ein Wohnhausbrand in Bönigen im Mai 2009 hatte für fünf Angehörige der Feuerwehr ein gerichtliches Nachspiel. Ihnen wurde vorgeworfen, die Gefahren eines Dacheinsturzes falsch eingeschätzt zu haben.

Am 10.Mai 2009 war es in Bönigen zum Brand eines Doppelwohnhauses gekommen. Der Vorfall führte zu einem Grosseinsatz der Rettungskräfte: 93 Personen wirkten an der Löschaktion mit. Eine Person wurde leicht verletzt, und eine andere erlitt eine Rauchvergiftung. Zudem verloren zwei Familien ihr Daheim. Einige Tage später stand die Brandursache fest: Laut der Polizei hatte der «unvorsichtige Umgang mit einer Kerze» zum Brand geführt.

Juristisches Nachspiel

Der Brand, beziehungsweise die anschliessende Löschaktion, hatte ein juristisches Nachspiel. Dies wurde am Treffen der Feuerwehrkommandanten des Verwaltungskreises Interlaken-Oberhasli bekannt. Gegen Ende der Löschaktion in Bönigen sei ein Teil des ausgebrannten Daches eingestürzt, berichtete Roland Vögeli, Kommandant der Feuerwehr Bönigen, an der Veranstaltung. Dabei sei eine Angehörige der Feuerwehr verletzt worden, die das Brandobjekt nach Glutnestern abgesucht hatte. Wenig Gutes habe er geahnt, als er und vier seiner Kameraden bald nach dem Ereignis Vorladungen des Untersuchungsrichteramtes bekommen hätten, so Vögeli. «Es scheint sich in der Justiz die Tendenz abzuzeichnen, bei ausserordentlichen Ereignissen allfällige schwarze Schafe auszumachen», sagte die Juristin und Feuerwehrinstruktorin Michaela Hamberger. Im vorliegenden Fall hätten sich dafür jene Feuerwehrmänner angeboten, die – weil sie den Überblick über den Schadenplatz hatten – ihren Kameraden zu sagen hatten, was wo zu tun sei. Dem Bericht der Kantonspolizei sei zu entnehmen gewesen, dass nach Aussagen des Atemschutztrupps – «soweit wir das beurteilen konnten» – keine akute Einsturzgefahr bestanden habe.

In einem zweiten Untersuchungsbericht sei das Fehlen eines Einsatzjournals bemängelt, dann aber die Aussagen des Gasschutztrupps verändert wiedergegeben worden, kritisierte Hamberger. Gegen die Strafanträge des Untersuchungsrichters sei Einsprache erhoben worden, führte die Feuerwehrjuristin weiter aus. Die Anträge habe der Richter schliesslich aufgehoben. Fazit des Nachspiels: «Wie immer auch die Feuerwehr ihre Aufgabe erfüllt, ein Restrisiko besteht immer», sagt Michaela Hamberger. «Immer wichtiger wird darum das Führen des von der Gebäudeversicherung geforderten Einsatzjournals, damit belegt werden kann, wer was angeordnet oder befohlen hat.»

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