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Fussgänger missbrauchen Langlaufloipe

Die Langlaufloipe Lauterbrunnen–Stechelberg steht hoch im Kurs – wird aber von Fussgängern und Hunden missbraucht. Auch in Kandersteg, Grindelwald und Lenk kennt man diese Probleme. Es gibt aber Lösungen.

Eine Familie mit Schlitten vergnügt sich wohl unbedacht auf der falschen (Skating-)Spur der Langlaufloipe Lauterbrunnen–Stechelberg.
Eine Familie mit Schlitten vergnügt sich wohl unbedacht auf der falschen (Skating-)Spur der Langlaufloipe Lauterbrunnen–Stechelberg.
Ferdinand Waespe

«Die Langlaufloipe hat weit herum einen guten Ruf, aber es gibt Probleme mit Fussgängern, Schlitten und Hundedreck», weiss ein Stechelberger, der nicht genannt werden möchte. Das Präparieren der zwölf Kilometer langen Loipe von Lauterbrunnen nach Stechelberg und zurück sei wegen dieses «Saugetrampels» tatsächlich sehr unangenehm, stimmen Loipenchef Kobi Seiler und Maschinist Walter Bosshart zu. Vor allem Skater reklamierten wegen «vertschalpter» Pisten. Sie könnten nicht immer wieder spuren, nur weil Fussgänger die Loipe beschädigten. Dabei sei klar signalisiert, dass Fussgänger und Hunde auf dieser nichts zu suchen haben. «Verbotstafeln werden sogar ausgerissen und in die Lütschine geworfen», sagt Kobi Seiler. Auch Glasflaschen, Papier und Zigarettenstummel auf der Loipe bedeuteten viel Mehrarbeit.

Der quasi parallel zur Loipe verlaufende Wanderweg präsentiert sich ebenfalls breit präpariert und winterlich. Kobi Seiler mutmasst daher, Fussgänger seien oft unbedacht auf der Loipe unterwegs. Doch nicht alle Fussgänger und Hundehalter seien so kooperativ wie der «Gleitschirmler», den er kürzlich auf der Loipe antraf. Der Pilot habe sofort begriffen, dass der ihm empfohlene Landeplatz falsch sei. Jasmin Beyeler, Leiterin von Lauterbrunnen Tourismus, setzt auf ein «gutes Miteinander» von Langläufern und Fussgängern. Für die Zukunft zeichnet sich aber noch eine weitere Möglichkeit ab. Laut Jasmin Beyeler ist ein eigener Weg für Hundebesitzer und Fussgänger im Gespräch.

Infoblatt in Kandersteg

Ähnliche Erfahrungen mit kleineren Konflikten auf den Loipen hat man auch in Kandersteg gemacht. «Das ist praktisch überall ein Problem», sagt Doris Wandfluh, Geschäftsführerin von Kandersteg Tourismus, und schränkt ein: «Die Situation ist nicht so schlimm. Aber es gibt immer wieder Konflikte, weil Wanderer, Hundebesitzer oder Eltern, die ihre Kinder auf dem Schlitten ziehen, nicht wissen, dass sie nicht auf den Loipen unterwegs sein dürften.»

Deswegen hat Kandersteg vor Jahren bereits ein Infoblatt für Wanderer erstellt, das das Wichtigste in Kürze umfasst: zum Beispiel dass die Langläufer Unterhaltsbeiträge bezahlen und deshalb die Loipen für sich beanspruchen dürften. Und weiter heisst es auf deutsch, französisch und englisch: «Sollten Sie sich einmal auf eine Langlaufloipe verirren, bitten wir Sie höflich, am Rande der Skatingspur und hintereinander zu wandern.» Die Winterwanderwege sind zudem mit rosaroten Wegweisern gekennzeichnet und Hinweisschilder bezüglich der Loipen aufgestellt. «Information ist so wichtig», meint Doris Wandfluh.

Lenk: Keine Reklamation

Das weiss auch Eduardo Zwyssig, Geschäftsführer von Lenk-Simmental Tourismus. Loipen und Wanderwege sind deshalb auch dort extra signalisiert. Zwyssig gibt zu, dass trotzdem der eine oder andere Fussgänger auch mal auf der Loipe sei und dann von Langläufern darauf hingewiesen werde. «Das ist aber kein grosses Problem», so Zwyssig. Reklamationen seien deswegen jedenfalls noch keine bei ihm eingegangen.

Sabotage in Grindelwald

Nicht ganz so reibungslos ist der Streit zwischen Wanderern und Langläufern in Grindelwald verlaufen. Dort hatte Hotelier Thomas Stettler vor einem und zwei Jahren Verbotstafeln und die Spuren in den Loipen beschädigt. Als Begründung hatte er angegeben, die Diskussion über Langlauf in Grindelwald zu entfachen, da der Ort aus Sicht des Hoteliers zu viel für die wenigen Langläufer und zu wenig für die wandernden Touristen getan habe.

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