Gstaader Bahnen: Auch Zwischenlösung setzt auf höhere Steuern

Saanen

Am 12. Dezember stimmen die Bürger Saanens über eine Zwischenlösung für die finanziell angeschlagenen Gstaader Bergbahnen ab. Der Gemeinderat beantragt hierfür erneut eine Steuererhöhung – dieses Mal jedoch nur um einen Steuerzehntel.

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Am 24. Oktober hatten Saanens Bürger ein umfassendes Restrukturierungsprogramm des Gemeinderats für die Gstaader Bergbahnen abgelehnt, das auf einer Steuererhöhung um zwei Steuerzehntel basierte. Sie taten dies an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung, an der fast 1000 Personen teilnahmen.

In den am Montag veröffentlichten Erläuterungen zur ordentlichen Gemeindeversammlung vom 12. Dezember steht nun, der neue Übergangsvorschlag des Gemeinderats zur Sicherung des Bergbahnbetriebs verlange eine Erhöhung der Steueranlage von heute 1,3 auf 1,4 Einheiten.

Diese Übergangslösung hatte die Exekutive der Gemeinde Saanen, zu der die Ortschaft Gstaad gehört, vergangene Woche präsentiert. Mit der Zwischenlösung will die Gemeinde den Betrieb der Gstaader Bergbahnen im Winter 2014/15 sicherstellen. Das Geld reiche auch für den Betrieb im Geschäftsjahr 2015/16, heisst es nun.

Die Übergangslösung soll greifen, bis die Gemeinde Saanen, welche bei den Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) AG die wichtigste Aktionärin der öffentlichen Hand ist, ein langfristiges Sanierungspaket ausgearbeitet hat.

Trotz höherer Steuern Defizit budgetiert

12,9 Millionen Franken sollen Saanens Bürger am 12. Dezember für die Übergangslösung zugunsten der BDG AG bewilligen. Dieser Betrag setzt sich aus drei Elementen zusammen: Dem Erlass eines Darlehens (4,4 Millionen Franken), zwei Beiträgen gemäss dem BDG-Konzept «Konzentration» (8) und den Kosten für die Weiterführung der Projektarbeiten (0,5).

Der Erlass des Darlehens wird der Rechnung 2014 belastet. «Dank eines sehr erfreulichen Ergebnisses im Bereich der Grundstückgewinnsteuern kann dieser Zusatzaufwand ohne weitergehende Massnahmen verkraftet werden», schreibt der Gemeinderat.

Die weiteren Leistungen machten hingegen eben eine Steuererhöhung nötig. Stimmen die Bürger zu, nimmt die Gemeinde Saanen ab nächstem Jahr 2,6 Millionen Franken mehr ein.

Dennoch sieht Saanens Voranschlag 2015 bei einem Gesamtaufwand von rund 83,9 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von rund 3,7 Millionen Franken vor. Er soll mit dem Eigenkapital gedeckt werden, das derzeit etwa 20 Millionen Franken ausmacht. Auch über dieses Budget befinden Saanens Bürger am 12. Dezember.

mib/sda

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