Hochkonjunktur im Tiefbau-Ressort

Frutigen

Aktuell hat allein das Ressort Tiefbau, Verkehr und Wasserbau der Frutiger Bauverwaltung gegen 70 Projekte für gegen 30 Millionen Franken auf dem Tisch. Bereichsleiter René Lutz erklärt, wo die Hürden sind.

Die Planungswand im Büro von René Lutz, Bereichsleiter Tiefbau der Gemeinde Frutigen.

Die Planungswand im Büro von René Lutz, Bereichsleiter Tiefbau der Gemeinde Frutigen.

(Bild: zvg)

Vor gut einem Jahr gab es gewichtige Abgänge in der Frutiger Bauverwaltung, welche spürbare Lücken hinterliessen. Nun konzentriert man sich mit neuen Führungsleuten wieder auf die Sachprojekte. Allein im Tiefbau hat Bereichsleiter René Lutz über 80 auf dem Tisch, davon sind etwa 70 in der Planungs- oder Ausführungsphase, die restlichen Altlasten müssen noch endgültig abgerechnet werden.

«Es ist oftmals schwer, den Bürgern zu erklären, wieso ein Projekt lange dauert. Aber die genauen Abklärungen sind wichtig, in dieser Phase können auch am meisten Kosten durch die richtigen Perimeter eingespart werden.

Wenn ein Vorhaben im Bau ist, sind die Kosten nur noch wenig beeinflussbar», erklärt René Lutz, seit Anfang Jahr Bereichsleiter Tiefbau und stellvertretender Bauverwalter von Frutigen. Zudem würden die beteiligten Ämter Unterlagen benötigen, um zum Beispiel Subventionen sprechen zu können. Und die Prüfung dort daure rasch einmal mehrere Monate. «Die grosse Kunst ist, dennoch die Effizienz zu behalten. Und wehe, wir verpassen wichtige Fristen.»

Planen mit Papier

Es ist geplant, die derzeit noch «handglismeti» Projektstandkontrolle auf EDV umzustellen. Im Moment hängt bei René Lutz eine Karte von Frutigen im Büro, versehen mit vielen farbigen Punkten und Nadeln, die einen Überblick verschafft.

Wichtig und kostenintensiv sind die laufenden Projekte der Schutzmassnahmen an Kander und Engstlige (siehe Infobox), dann wartet der Ausbau der Rinderwaldstrasse auf die Genehmigung, «und bald wird wohl auch der weitere Ausbau der Elsigbachstrasse wieder zu reden geben», sagt Lutz.

In den nächsten fünf bis sechs Jahren könnten so über 26 Millionen Franken (brutto, vor Subventionen und Beiträgen Dritter) von der Gemeinde verbaut werden, wenn die Kommissionen, der Gemeinderat, die Amtsstellen und zuletzt die Stimmbürger Ja dazu sagen.

«Die meisten der Vorhaben werden brutto über 100'000 Franken kosten. Das heisst, dass entweder die Gemeindeversammlung entscheidet oder bei Beträgen über 1,5 Millionen an der Urne darüber befunden werden wird. Die Versammlungen finden normalerweise zweimal im Jahr statt.

Das ergibt ziemlich Druck, die Entscheidungsgrundlagen rechtzeitig bereitzustellen», so Lutz. Mindestens zwei Monate vor einer Gemeindeversammlung muss das Dossier komplett sein, dann geht es in die Ressortkommission, die Finanzkommission, den Gemeinderat, und wenn alle überzeugt sind, dann muss noch die Botschaft erstellt werden. «Das ergibt ab und zu lange Arbeitstage», sagt der Bereichsleiter Tiefbau.

Aufträge für die Region

Die Bürger seien heute fordernder als früher. Man erwarte, dass die Bauverwaltung die Anliegen aufnehme und schnell umsetze. «Wir nehmen das ernst, können aber nicht in jedem Fall sofort oder überhaupt helfen», schränkt René Lutz ein.

Er erwähnt explizit auch, dass man bei der Gemeinde Frutigen gut schaue, wie die Aufträge vergeben würden. «Bis zu einer halben Million kann seit 1. Oktober 2014 freihändig vergeben werden. Das passiert wenn immer möglich in der Region. Auch bei ausgeschriebenen Aufträgen kommen derzeit selten Offerten von ausserhalb der Region.

Oft schliessen sich kleine Unternehmen zu Arbeitsgemeinschaften zusammen und können so auch grössere Aufträge übernehmen.» Bei den derzeitig «doch bedenklich tiefen Preisen in der Baubranche» rentiere es für auswärtige Firmen kaum, extra ins Oberland zu kommen, gibt er zu bedenken.

Berner Oberländer

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