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Im Brienzersee nehmen die Nährstoffe und Fischbestände ab

Heute gelangen kaum noch Nährstoffe in den Brienzersee. Die Fangerträge der Fischer sind markant gesunken. Eine künstliche Erhöhung des Algennährstoffs Phosphor wird noch abgelehnt.

Der wichtigste Algennährstoff Phosphor hat im Brienzersee stark abgenommen in den letzten Jahrzehnten.
Der wichtigste Algennährstoff Phosphor hat im Brienzersee stark abgenommen in den letzten Jahrzehnten.
Bruno Petroni
Die Fischbestände haben deswegen rapide abgenommen.
Die Fischbestände haben deswegen rapide abgenommen.
zvg/Uni Bern
Bevor Massnahmen getroffen werden, wird die Entwicklung im Brienzersee weiter verfolgt.
Bevor Massnahmen getroffen werden, wird die Entwicklung im Brienzersee weiter verfolgt.
Bruno Petroni
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Im Brienzersee hat der wichtigste Algennährstoff Phosphor in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen, wie die Vokswirtschaftsdirektion Kanton Bern mitteilt. Dies ist die Folge der bundesrechtlichen Gewässerschutzmassnahmen im Einzugsgebiet des Brienzersees und des seit dem Jahr 1986 geltenden Phosphatverbots in Waschmitteln. Damit weist der Brienzersee die tiefste Phosphorkonzentration aller Schweizer Seen auf und nähert sich diesbezüglich wieder einem natürlicheren Zustand.

Die Menge der Algen hat sich seit dem Jahr 1999 zwar nicht markant verändert, dafür hat der Zooplankton abgenommen. Vor allem Wasserflöhe finden sich im Brienzersee kaum mehr. Der Mangel wirkt sich auf den Fischbestand aus, da die Flöhe als Nahrungsquelle dienen. Namentlich die beiden Felcharten «Felchen» und «Brienzling» sind betroffen. Auch wachsen sie viel langsamer und treten vermehrt ohne Geschlechtsorgane auf. Ein Zusammenhang zwischen der Sterilität und der Futterknappheit ist jedoch noch nicht klar erwiesen.

Künstliche Phosphaterhöhung vorerst abgelehnt

Der Artenrückgang dieser nur im Brienzersee vorkommenden Felchen wirkt sich natürlich auch auf die Fangerträge der Berufsfischer aus. Das Problem lässt in Fischereikreisen die Frage aufkommen, ob der Phosphateintrag künstlich erhöht werden könnte. Eine entsprechende Gesetzesänderung der Gewässerschutzvorschriften müsste der Bund genehmigen, bevor der Kanton aktiv werden könnte.

Experten sind jedoch skeptisch eingestellt was solche Massnahmen betrifft. Das Fischereiinspektorat und das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern haben daher entschieden, keine Massnahmen zu ergreifen, welche die bisherigen Anstrengungen für den Gewässerschutz in Frage stellen. Die Entwicklung im Brienzersee soll allerdings weiterhin genau verfolgt werden.

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