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Im Dezember wird über den Zweitwohnungsbau abgestimmt

Der Verein gegen masslose Überbauung in Grindelwald hat einen Etappensieg erreicht und eine Initiative gegen den Zweitwohnungsbau eingereicht. Mit fast 100 Unterschriften mehr als gesetzlich vorgeschrieben sind.

Wachsende Streusiedlung: Blick auf Grindelwald von der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen aus aufgenommen.
Wachsende Streusiedlung: Blick auf Grindelwald von der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen aus aufgenommen.
Fritz Lehmann

Die Grindelwalder Stimmbürger können im Dezember über die Initiative zur Beschränkung des Zweitwohnungsbaus abstimmen. Der Gemeinderat Grindelwald bestätigte gestern, dass genügend Unterschriften eingegangen sind. 262 Unterschriften wären gemäss Gesetz notwendig gewesen, 360 wurden eingereicht. Lanciert wurde die Gemeindeinitiative vom Verein gegen masslose Überbauung. Denn Grindelwald weist mit 65 Prozent einen hohen Zweitwohnungsanteil auf.

Ewap bleibt bestehen

Nehmen die Stimmbürger die Initiative an der Gemeindeversammlung vom nächsten Dezember an, bedeutet dies Folgendes: Jährlich dürfen nur noch maximal 2000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für Zweitwohnungen erstellt werden.

Nicht tangiert werden Bauvorhaben von Einheimischen oder ständig im Tal wohnhaften Personen. Der Erstwohnungsanteilplan (Ewap) bleibt ebenfalls bestehen. Dieser sieht einen Drittel der Fläche in Neubauten für Einheimische vor. «Wir sind auf dem richtigen Weg», sagte gestern der Präsident des Vereins Adi Bohren auf Anfrage. Man habe viele Sympathisanten für dieses Anliegen. Grindelwald solle auch weiterhin für einheimische Einzelpersonen und Familien attraktiv bleiben und nicht zu einer Trabantenstadt werden, wie das beispielsweise in den französischen Alpen der Fall sei.

Keine Urnenabstimmung

Eigentlich wollte der Verein eine Urnenabstimmung verlangen, weil bei einer Abstimmung an einer Gemeindeversammlung die Leute eher befangen seien, ihre Meinung frei kundzutun. Doch gemäss Gemeindeschreiber Herbert Zurbrügg sieht die Gemeindeordnung gar keine Urnenabstimmung vor. Es sei denn, dass bei einer Gemeindeversammlung der Platz für die Stimmbürger nicht ausreichen würde. Dann könnte der Regierungstatthalter wohl eine Urnenabstimmung bewilligen.

Nichtsdestotrotz bleibt dem Verein gegen masslose Überbauung noch eine weitere Möglichkeit, die Abstimmung ohne Handerheben durchzuführen: Wenn ein Viertel der anwesenden Stimmberechtigten eine geheime Abstimmung verlangt. Das Thema Zweitwohnungen wird auch auf Bundesebene diskutiert: Hier steht die Volksinitiative «Gegen den masslosen Bau von Zweitwohnungen» zur Debatte. Diese Initiative will den Anteil an Zweitwohnungen auf 20 Prozent beschränken.

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