Zum Hauptinhalt springen

Jubiläumsschau mit 240 Schafen

Seit 75 Jahren besteht die Schafzuchtgenossenschaft SBS in Frutigen. Am Jubiläum wurden eine schwarze und eine «älbe» (beige) Miss sowie ein Mister gekürt.

Früher hatten Schafe im Frutigland einen hohen Stellenwert. 1933 gründeten initiative Züchter aus Adelboden, den Spissen, Frutigen, Kandergrund und Kandersteg im Landhaus in Frutigen die Schafzuchtgenossenschaft SBS (Schwarz-braunes Bergschaf) Amt Frutigen. 76 weibliche Schafe und 7 Widder wurden im Herdebuch aufgenommen.

2006 war Frutigen mit 442 weiblichen Schafen und 36 Widdern noch die grösste Genossenschaft des Kantons Bern.

Trotz Luchs und Wolf

2007 waren dann nur noch 358 weibliche Tiere und 27 Widder eingetragen. «Trotz Luchs, Wolf und Blauzungenkrankheit lassen sich die meisten Schäfeler die Freude an ihren Tieren nicht nehmen. Auch an der letzten Hauptversammlung wurden drei neue Mitglieder aufgenommen», schreibt Andreas Wäfler in der Jubiläumsschrift.

Im Frutigtal hatte die Schafzucht einen hohen Stellenwert. Die Bevölkerung kleidete sich in selbst gemachtem Tuch aus Wolle der eigenen Schafe. Das Frutigtuch genoss im 18. Jahrhundert ein hohes Ansehen. «Armut und Hunger sind die Folge, wenn die Stadt Thun den Verkauf von Frutigtuch auf dem Markt in Thun verbietet», klagte das Frutigland 1710 bei den Herren von Bern.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde bessere und billigere Wolle aus Übersee importiert, und die Zahl der gehaltenen Schafe brach ein. 1866 hielten 1212 Familien 6819 Tiere, 1896 waren es nur noch 2955 Schafe. Nach 55 Jahren Unterbruch fanden 1931 in Frutigen wieder Prämierungen statt, und 1933 wurde die Genossenschaft SBS gegründet. 1936 hielten 168 Leute 580 Tiere.

Landrassen wurden zu SBS

Es gab schwarze und braune Landrassen (Freiburg, Jura, Saanenland, Simmen- und Frutigtal), im Frutig- und Diemtigtal noch «älbi» (hellbraune). Sie alle wurden zur Rasse Schwarz- braunes Bergschaf vereint, die heute etwa 15 Prozent aller Herdebuchschafe in der Schweiz ausmacht.

Die Merkmale der Frutigschafe, Urwüchsigkeit, Gesundheit und Fruchtbarkeit, werden weiter gepflegt und gefördert. Den Frutiger Züchtern ist es wichtig, auch den hellen Farbschlag zu erhalten.

Viele Maximumtiere

Vier Experten bewerteten die rund 240 Schafe in neun Kategorien, von den Lämmern bis zu älteren Auen, in der Markthalle Frutigen, darunter viele Maximumtiere. Draussen vor der Halle war ausser Konkurrenz die 13-jährige, trächtige Nora angebunden, die auch diesen Sommer mit der Herde auf Gällenen «z’Bärg» war, wie der stolze Besitzer Res Christen erklärte.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch