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Kandersteg ist per Strasse wieder erreichbar

Nach dem Hochwasser vom vergangenen Montag ist der Berner Oberländer Tourismusort Kandersteg seit Freitagnachmittag wieder auf der Strasse erreichbar. Bis Montagmorgen dürfen aber nur Einheimische und Feriengäste die Strasse befahren.

Der Mitholztunnel ist seit Freitagnachmittag talauswärts wieder befahrbar. Hier beim Nordportal wird der Verkehr Richtung Kandersteg rechts über die Umfahrungsstrasse geleitet.
Der Mitholztunnel ist seit Freitagnachmittag talauswärts wieder befahrbar. Hier beim Nordportal wird der Verkehr Richtung Kandersteg rechts über die Umfahrungsstrasse geleitet.
Peter Rothacher
Auf dem Schadenplatz Mitholz lässt sich Bundesrat Ueli Maurer von Major Thomas Zeiter erklären, was das Katastrophenhilfebataillon 34 mit seinen schweren Maschinen am Flusslauf der Kander macht. Der VBS-Vorsteher war selbst auch im Fokus der Fernsehkamera.
Auf dem Schadenplatz Mitholz lässt sich Bundesrat Ueli Maurer von Major Thomas Zeiter erklären, was das Katastrophenhilfebataillon 34 mit seinen schweren Maschinen am Flusslauf der Kander macht. Der VBS-Vorsteher war selbst auch im Fokus der Fernsehkamera.
Markus Hubacher
Das für die Schifffahrt gefährliche Schwemmholz wird von der Seepolizei in Bönigen weggeräumt.
Das für die Schifffahrt gefährliche Schwemmholz wird von der Seepolizei in Bönigen weggeräumt.
Wolfgang Hörer, Leserreporter
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Erst zu diesem Zeitpunkt wird auch der Autoverlad durch den Lötschbergtunnel wieder aufgenommen. Zuerst soll die vom Hochwasser schwer beschädigte Kantonsstrasse zwischen Frutigen und Kandersteg so gut wie möglich instand gestellt werden. Deshalb ist zu viel Verkehr auf der erst behelfsmässig reparierten Strasse noch unerwünscht.

Der Verkehr nach Kandersteg wird laut einer Mitteilung des Verwaltungskreisführungsorgans Frutigen-Niedersimmental über die seit Jahren bestehende Umfahrungsstrasse des Lawinenschutztunnels geführt. Fahrzeuge von Kandersteg hinab ins Tal fahren durch den Tunnel, dessen Belag beim Hochwasser stark beschädigt wurde.

Kurz nach der Eröffnung der Strasse nahm das Bahnunternehmen BLS auch den öffentlichen Verkehr zwischen Frutigen und Kandersteg wieder auf. Allerdings nicht mit Zügen - die Strecke bleibt bis voraussichtlich 21. Oktober gesperrt. Es verkehren aber seit Freitagnachmittag Bahnersatzbusse, wie die BLS mitteilte.

Vom Wallis her war Kandersteg in den letzten Tagen per Bahn durch den Lötschbergtunnel zu erreichen.

Weitere Fortschritte bei den Reparaturen

Die Aufräumarbeiten in der im Berner Oberland am meisten vom Hochwasser betroffenen Gemeinde Kandergrund sind derweil weiter voran. So ist in der Ortschaft Mitholz das Trinkwassernetz wieder aufgebaut, wie Gemeindeschreiber Martin Trachsel am Freitag auf Anfrage sagte.

Allerdings empfiehlt die Gemeinde den Bewohnern weiterhin, das Wasser vorsichtshalber vor dem Trinken abzukochen.

Auch die Abwasserreinigungsanlage (ARA) von Frutigen läuft seit Freitagmorgen wieder, wie Frutigens Bauverwalter Jürg Aegerter ebenfalls am Freitag sagte. Dort wird das Abwasser der Gemeinde Kandergrund behandelt, zu der Mitholz gehört.

Allerdings sind in Mitholz noch nicht alle Kanalisationen repariert. Deshalb sind in dieser Ortschaft mobile Toiletten aufgestellt worden. Auch die Stromversorgung in Mitholz sei mehrheitlich wiederhergestellt, sagt Martin Trachsel.

Nur noch kleinere Probleme mit Telefonie in Kandersteg

In der Gemeinde Kandersteg sorgte das Hochwasser in den letzten Tagen auch für Probleme bei der Kommunikation: Die Wassermassen zerrissen auf beiden Seiten des Dorfs die Telefon-Hauptleitungen, wie Fritz Jost, Chef des Gemeindeführungsstabs, auf Anfrage sagte. Deshalb waren viele Anschlüsse nicht oder nur schlecht erreichbar.

Nur einzelne Haushalte hätten aber jetzt noch Probleme, sagte Jost am Freitagmorgen. Die Techniker von Swisscom seien weiter an der Arbeit. Es seien nur noch Schnittstellenprobleme zu lösen. Die Unterbrüche beschränkten sich auf wenige Minuten.

Patenschaft für Berggemeinden schafft Fonds

Die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden hat nach dem Hochwasser vom Montag einen speziellen Unwetter-Fonds geschaffen und stellt für Sofortmassnahmen eine Million Franken zur Verfügung. Das gab sie am Montag bekannt.

Mit dem neuen Fonds will sie den vom Hochwasser betroffenen Berggemeinden die Aufräumarbeiten und den Wiederaufbau zerstörter Anlagen erleichtern. Das Geld soll den Gemeinden aber auch dazu dienen, rasch Projekte für vorbeugende Schutzmassnahmen an die Hand zu nehmen.

SDA/mau

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