Zum Hauptinhalt springen

Kanton legt Pläne für umstrittene Deponie in Thierachern auf

Der Kanton Bern hat die Pläne für eine Deponie in Thierachern nach Kritik aus der betroffenen Gemeinde angepasst. Vorgesehen ist eine kürzere Deponielaufzeit und eine höhere Verkehrssicherheit bei der Zufahrt.

Der Eyacher in Thierachern: In dieser Mulde soll eine Aushubdeponie entstehen. Dafür braucht es eine Überbauungsordnung. Die entsprechenden Pläne liegen nun öffentlich auf.
Der Eyacher in Thierachern: In dieser Mulde soll eine Aushubdeponie entstehen. Dafür braucht es eine Überbauungsordnung. Die entsprechenden Pläne liegen nun öffentlich auf.
Marc Imboden

In den Grundzügen entspreche die kantonale Überbauungsordnung zwar dem früheren kommunalen Projekt, teilte die bernische Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (JGK) am Dienstag mit. Das zuständige Amt für Gemeinden und Raumordnung habe aber im Dialog mit Vertretern des Gemeinderats und der Bevölkerung nach Optimierungen gesucht.

Zu den wichtigsten Resultaten des Runden Tisches dürften für die Bevölkerung die Massnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zählen. So soll der Fussgängerstreifen beim Oberstufenschulhaus mit einer Mittelinsel gesichert werden. Auf dem Eggplatz wird zudem die Markierung angepasst. Damit entsteht in der Strassenmitte ein Abbiegebereich.

Öffentliche Mitwirkung begonnen

In der Deponie soll sauberes Aushubmaterial gelagert werden, das beim Bau von Strassen und Häusern anfällt. In der Region Thun gebe es nicht genug solcher Orte, macht der Kanton geltend.

Die Gemeindeversammlung von Thierachern hatte sich im September 2012 knapp gegen die Deponie ausgesprochen. Sieben Stimmen gaben den Ausschlag. Der Kanton liess sich aber nicht beirren und berief sich auf übergeordnetes kantonales Recht.

Die kantonalen Pläne liegen nun auf der Gemeindeverwaltung Thierachern zur Mitwirkung auf. Bis zum 28. Februar hat die Bevölkerung Gelegenheit, ihre Anliegen dazu einzureichen.

Unpopulärer Entscheid

Er sei sich bewusst, einen unpopulären Entscheid getroffen zu haben, sagte Regierungspräsident Christoph Neuhaus (SVP) laut Redetext an einem Informationsanlass in Thierachern. Dass die Überbauungsordnung gegen den Entscheid der Stimmberechtigten erlassen werden müsse, sei unschön. Aber der Kanton habe hier übergeordnete Interessen zu verteidigen.

«Einen geeigneten Deponiestandort zu finden ist eine riesige Herausforderung», sagte Neuhaus weiter. Mit einer Aushubdeponie im Eyacher könne das Deponie-Angebot aber dort zur Verfügung gestellt werden, wo es dringend benötigt werde, nämlich im Entwicklungsraum Thun.

Der Kanton habe Verständnis für die Zurückhaltung des Gemeinderats in diesem Projekt, sagte Neuhaus. Die Gemeinde habe sich aber in der Begleitgruppe beteiligt und die Anliegen der Bevölkerung eingebracht.

So habe sie etwa erreicht, dass wieder ein Infrastrukturvertrag mit der Unternehmung abgeschlossen werden konnte, welcher der Gemeinde einen wesentlichen finanziellen Zuschuss sichere. Zusätzliche Massnahmen seien überdies bezüglich der Deponie-Aufsicht und der Rekultivierung getroffen worden.

SDA/tan

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch