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Kein Thuner Gesetz – zumindest vorläufig

Die SP fordert mit einer Motion im Stadtrat gesetzliche Grundlagen, um Sicherheitskosten bei kommerziellen Anlässen auf die Veranstalter überwälzen zu können. Der Gemeinderat setzt auf die laufenden Verhandlungen mit dem FC Thun – behält sich aber weitere Schritte vor.

Sicherheitskosten bei kommerzielle Anlässen auf die Veranstalter übertragen, fordert die SP in einer Motion.
Sicherheitskosten bei kommerzielle Anlässen auf die Veranstalter übertragen, fordert die SP in einer Motion.
Claudia Salzmann

Nicht nur die Vorkommnisse im Stadion (vgl. Text oben), sondern auch die Sicherheit ausserhalb der Arena sorgt in Thun weiterhin für Diskussionen – nicht zuletzt auf politischer Ebene. Im Mai hatte die SP im Thuner Stadtrat einen Vorstoss zur «Kostenweitergabe an Organisatoren von Veranstaltungen» eingereicht. In der Motion wird der Gemeinderat aufgefordert, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, um Kosten für die Sicherheit im öffentlichen Raum bei kommerziellen Veranstaltungen den Organisatoren in Rechnung stellen zu können. Dabei sind insbesondere Sportevents gemeint – also in erster Linie die Fussballspiele des FC Thun.

FC Thun soll mehr bezahlen

In seiner Antwort auf die Motion bestätigt der Gemeinderat, dass heute keine gesetzliche Grundlage dafür besteht, die Sicherheitskosten rund um FC-Thun-Spiele zu überwälzen. In der letzten Saison zahlte der Club aufgrund einer Vereinbarung mit der Stadt 15 Rappen pro Eintritt – Total waren dies knapp 13'300 Franken. «Für die laufende und für die zukünftigen Saisons sind neue Verträge auszuhandeln, wobei die Kostenbeteiligung des Veranstalters erhöht werden soll», schreibt der Gemeinderat. Er beantragt dem Stadtrat, die Motion in ein Postulat umzuwandeln und abzuschreiben. Denn: Die Stadt hat im Oktober zusammen mit dem Regierungsstatthalter, der Kantonspolizei, der Arena Thun AG, der Stadiongenossenschaft, der FC Thun AG und der Migros Grundsatzentscheide zur künftigen Zusammenarbeit gefasst (wir berichteten). Weitere Verhandlungen laufen, bis Ende November erarbeiten die Arena Thun AG und die FC Thun AG zuhanden des Gemeinderats ein Sicherheitskonzept. Ziel ist es, bis im Frühling 2012 ein «Thuner Modell» für friedliche Sportanlässe zu entwickeln – mit konkreten Massnahmen zur Reduktion der Sicherheitskosten und einer Neuregelung eines Beitrags an die Kosten ausserhalb des Stadions. Das Fazit des Gemeinderats: «Bei dieser Ausgangslage erachtet es der Gemeinderat als nicht opportun und eher kontraproduktiv, wenn gleichzeitig mit den laufenden Verhandlungen auch ein Gesetzgebungsprozess für die einseitige Überwälzung von Sicherheitskosten in Gang gesetzt wird.»

«Rascher Ergebnisse»

Auf dem Verhandlungsweg erwartet die Stadt rascher konkrete Ergebnisse. Trotzdem behält sich der Gemeinderat weitere Schritte explizit vor: Sollte kein befriedigender Konsens für ein «Thuner Modell» gefunden werden, werde eine Neubeurteilung vorgenommen. Der Gemeinderat kann sich vorstellen, in diesem Fall von sich aus eine reglementarische Lösung vorzuschlagen.

Der Stadtrat behandelt die SP-Motion an seiner Sitzung am 24.November.Michael Gurtner>

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