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Lüschers Sitz wackelt nicht mehr

Angenommen und gleichzeitig abgeschrieben: Der Stadtrat hat gestern ein SP-Postulat bachab geschickt, welches eine andere Stadtvertretung im Verwaltungsrat der Energie Thun AG wünschte. Lüscher kann nun bleiben.

Gemeinderat Andreas Lüscher (SVP) wird auch weiterhin die Stadt Thun im Verwaltungsrat vertreten.
Gemeinderat Andreas Lüscher (SVP) wird auch weiterhin die Stadt Thun im Verwaltungsrat vertreten.
Archiv TT/Gurtner

Gemeinderat und Sozialvorsteher Andreas Lüscher (SVP) kann sich – zumindest bis Ende Legislatur 2010 – als Stadtvertreter im Verwaltungsrat der Energie Thun AG bestätigt fühlen: Das Postulat der SP-Fraktion, welche sich als Reaktion auf die deutlich verlorene Abstimmung zum Teilverkauf eine Neubesetzung dieses Mandats erhofft hat, fand an der Sitzung des Stadtrats von gestern Abend keine Zustimmung. Patric Bhends (SP) eingängige Bitten um ein Ja genügten nicht: «Wenn es ein Privatunternehmen gewesen wäre, welches einen solchen Strategiewechsel vollzogen hätte, würde ein Verwaltungsrat ausgewechselt, der die alte Strategie vertreten hat.» Er zeigte sich enttäuscht über die Antwort des Gemeinderates, welche das vorläufige Belassen von Andreas Lüscher im Verwaltungsrat vorschlug (wir haben berichtet). «Im Übrigen ist das Einvernehmen zwischen Gemeinderat und dem Verwaltungsratspräsidenten Kurt Bill nicht so gut, wie ich gehört habe», sagte Bhend weiter.SVP will Gesamtlösung«Ein Fussballteam wechselt auch nicht einfach seinen Trainer, wenn das Spiel verloren ist», entgegnete Roman Gimmel (SVP-Fraktion). Wenn, dann brauche es eine Gesamtlösung für das Problem mit Doppelrollen von Gemeinderatsmitgliedern. «Ich habe Mühe, wenn Politiker Personalentscheide herbeiführen wollen», fand FDP-Stadtrat Carlos Reinhard. Lüscher sei im Sandwich gewesen und habe sich loyal verhalten. «Zudem», wehrte er sich für den Sozialvorsteher, «wissen wir gar nicht, ob er sich im Gemeinderat für oder gegen den Teilverkauf aussprach.» Dies wiederum liess Bhend nicht auf sich sitzen. «Er war als SVP-Mitglied bestimmt nicht gegen den Teilverkauf!»Thomas Hiltpold (Fraktion Grüne Thun) hingegen stellte sich hinter Bhend: «Wir sind auch irritiert über die gemeinderätliche Antwort.» Es gehe nicht um die Person Lüscher, jedoch darum, dass nicht erwähnt werde, welche erwähnten Lehren denn gezogen worden seien. «Konsequent wäre», fand er, «wenn Bauvorsteherin Jolanda Moser, die sich neu um alle Energiegeschäfte kümmert, im Verwaltungsrat Einsitz nehmen würde.»Ja – und abgeschriebenStadtpräsident Hansueli von Allmen ärgerte sich sichtlich über die Debatte: «Andreas Lüscher kann doch hier nicht als Sündenbock hingestellt und auf dem Altar geopfert werden.» Es sei genauso wenig sinnvoll, jemanden wie Jolanda Moser anstelle von ihm in den Verwaltungsrat zu wählen, wo es ebenso wenig klar ist, ob sie wieder kandidiert und gewählt wird. «Eine Gesamtlösung», sagte er, «ist ebenfalls nicht einfach, weil die Stadt nicht in jedem Verwaltungsrat mit denselben Kräfteverhältnissen vertreten ist.»In der Abstimmung nahm der Stadtrat das Postulat mit 29 zu 4 Stimmen an – und schrieb es mit 22 zu 12 Stimmen gleichzeitig ab.

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