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Migros-Einstieg sorgt für viel Freude

Dass die Migros den Einkaufsbereich beim neuen Stadion kauft, sorgt in Thun für viel Freude. Wird Migros jetzt auch Hauptsponsor beim FC Thun? Dazu werden Gespräche geführt. Denn: Frutiger wird wohl aussteigen.

Sie freuen sich über den Kaufvertrag: Martin Kull (CEO HRS, links) und Anton Gäumann (Leiter Direktion Fachmarkt und Einkaufscenter Migros) packen die Realisation des Einkaufszentrums in Thun Süd gemeinsam an. Der Einzug eines OBI-Baufachmarkts stösst auf positives Echo.
Sie freuen sich über den Kaufvertrag: Martin Kull (CEO HRS, links) und Anton Gäumann (Leiter Direktion Fachmarkt und Einkaufscenter Migros) packen die Realisation des Einkaufszentrums in Thun Süd gemeinsam an. Der Einzug eines OBI-Baufachmarkts stösst auf positives Echo.
Patric Spahni

«Im Marketingbereich wird der Hauptnutzer beim Stadion sicher unser Ansprechpartner Nummer 1», sagt Markus Stähli, Präsident des FC Thun. Dass die Migros dieser Hauptnutzer sein wird und den Einkaufsbereich beim neuen Thuner Fussballstadion kauft (vgl. Ausgabe vom Samstag), bezeichnet Stähli als «gute und logische Lösung». Migros sei jetzt auch als potenzieller neuer Hauptsponsor beim FC Thun ein Thema. Mit welcher Marke – Migros, OBI – ist aber laut Markus Stähli völlig offen. Sind da keine Konflikte mit dem langjährigen Hauptsponsor, der Frutiger AG, vorprogrammiert? «Nein», antwortet der FC-Thun-Präsident. «Frutiger hat uns signalisiert, dass sie irgendwann aussteigen werden.» Der FC Thun habe freie Hand, mit anderen über das Hauptsponsoring zu verhandeln. Frutiger habe aber auch durchblicken lassen, dass die Firma das Sponsoring bis zum Einzug ins neue Stadion weiterführt. Stähli sagt weiter: «Es war klar: Vom Moment an, wo der Hauptnutzer beim Stadion bekannt wird, sind die Gespräche mit ihm eine der anstehenden Hauptaufgaben im Marketingbereich.» Anton Gäumann, Leiter Fachmärkte und Einkaufscenter bei der Migros Aare, bestätigte bereits am Freitag den Kontakt: «Wir sind im Gespäch mit dem FC Thun, sind aber noch nicht soweit, um dazu etwas sagen zu können.»

«Für uns ist das die optimale Lösung», sagt Carlos Reinhard. Der Präsident der Genossenschaft Stadion Thun-Süd ist des Lobes voll über das Engagement der Migros. Diese sei ein starker Partner, OBI bereits im Fussballbereich aktiv – und zudem gebe es viele Synergien, etwa beim Stadionparkhaus. «Wir werden jetzt, wo die Verträge unterschrieben sind, mit der Migros Gespräche führen», sagt Reinhard. Dabei geht es auch um Stichworte wie Sponsoring oder Namensrechte des Stadions. Laut dem Präsidenten der Stadiongenossenschaft hat Migros hier erste Priorität. Reinhard weist zudem darauf hin, dass es einiges zu koordinieren gebe: «Die Migros ist zwar nicht im Stadion. Aber was die Umgebung betrifft, müssen wir etwa organisieren, wo die Cars der Fans oder die Lastwagen der TV-Crews stationiert werden.»

Ob auch gemeinsame Events möglich sein werden, kann Carlos Reinhard heute noch nicht sagen. Man sei daran, Business-pläne zu erstellen. Bald soll zudem die Betriebs AG fürs Stadion gegründet werden. Und: Die Genossenschaft habe ihr Ziel einer breiten Abstützung erreicht. Bis jetzt machen 35 Genossenschafter mit, weitere sollen dazukommen. Nichts Neues gibt es laut Carlos Reinhard in Sachen zusätzliche Rasenspielfelder beim neuen Stadion zu vermelden: «Die Gespräche laufen. Die Chancen sind 50:50, dass zusätzliche Felder realisiert werden.»

«Glücksfall für Thun»

Gemeinderätin Ursula Haller (BDP), zuständig unter anderem für Planung und Sport, freute sich über den Vertragsabschluss. «Das ist für Thun eine gute Sache, man kann sogar von einem Glücksfall reden.» Mit der Migros habe man einen guten und solventen Partner gefunden. Das Konzept mit Baumarkt bringe eine Diversifikation zum Zentrum Oberland und einen neuen Kundenmagneten. «Wir hoffen, dass nun Kunden, die bisher nach Bern fuhren, in Thun ihre Einkäufe machen werden», meinte Haller. Das könne auch für die Innenstadt positiv sein. In der heutigen Zeit seien auch die 250 neuen Arbeitsplätze und die Investitionen ins Baugewerbe lobenswert.

Baumarkt als Ergänzung

Die Innenstadtgenossenschaft Thun (IGT) steht der Migros als Käuferin laut Präsident Patrick Aeschbacher neutral gegenüber – auch wenn die Präsenz der Migros in Thun Süd «massiv» sei. «Unser Standpunkt war schon früh: Wir müssen den Mitbewerber ernst nehmen, aber wir wehren uns nicht gegen ihn.» Entscheidend sei vielmehr, für die Innenstadt optimale Bedingungen zu schaffen – etwa mit dem Parking im Schlossberg. «Da sind wir auf die Unterstützung der Politik angewiesen.» Als wichtigen Punkt nennt Aeschbacher, dass in Thun Süd ein Alternativangebot als Ergänzung zur Innenstadt geboten werde. «Das ist mit dem Baufachmarkt gegeben.» Es könne eine Chance sein, dass Leute etwa in Thun Süd den Wocheneinkauf erledigen – und für die Spezialitäten auch noch die Thuner Innenstadt besuchen.

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