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Milliarden Schneeflöhe bevölkern Haus

Jutzis waren ziemlich perplex, als sie kürzlich ihr Haus von Invasoren besetzt vorfanden: Eine Horde winteraktiver Schneeflöhe hatte sich zu ihnen verirrt. Die Familie aus Thierachern ist derzeit mit deren Aussiedlung beschäftigt.

Unerwünschte Gäste: Schneeflöhe
Unerwünschte Gäste: Schneeflöhe
Jürg Zettel

Milliarden von primitiven Kleintierchen besetzen den Swimmingpool im Garten. Die Insekten sind in ganzen Kolonien in die Wohnung eingedrungen. Seit einer Woche bevölkern sie einzelne Stellen an Familie Jutzis Haus an der Schwandstrasse 98 in Thierachern.

Haben sie sich verirrt?

«Plötzlich war alles voll von diesen Viechern», sagt Franziska Jutzi. Natürlich fragte sie sich, was die unerwarteten Invasoren zu ihrer Wohnung geführt hat. Der Schluss liegt nahe, dass die sogenannten Schneeflöhe, eine Art winteraktiver Springschwänze, ursprünglich nur etwa einen Millimeter gross, vom gegenüberliegenden Waldstück kamen. Dort war es in letzter Zeit feucht und kalt. Genau dieses Klima lieben die Springschwänze. Die Berner Biologin Ursula Zettel vermutet, dass sich die Kleintierchen zu Jutzis «verirrt haben, weil die klimatischen Umstände optimal passten».

Violette Kälteliebhaber

Die Schneeflöhe mit dem schönen Namen «Ceratophysella sigillata» sind violett, können etwa so lang wie ein Fingernagel werden und kommen nur im Winter an die Erdoberfläche, um Wanderungen zu machen und Nahrung zu suchen. «Am liebsten essen sie Algen», sagt Zettel. Das erklärt, warum sich ganze Horden auch in Jutzis Swimmingpool begeben haben, statt sich nur aussen am Becken-rand anzusiedeln. «Auffällig ist auch», so Franziska Jutzi, «dass sich an den kältesten Stellen die meisten Tierchen aufhalten.

«Sie sind völlig harmlos»

Noch wimmelt es bei Jutzis an der Türschwelle, im Keller und im Swimmingpool von Millionen Schneeflöhen. «Doch wenn die Temperatur über null Grad geht, überleben sie nicht lange», sagt Biologin Zettel. Zudem seien die Tierchen vollkommen harmlos: «Sie verursachen keinen Juckreiz und sind nicht giftig.»

Kein Grund zur Panik also für Familie Jutzi, die in ihrer Wohnung bleiben konnte. «Aber wir sind schon froh, wenn die wieder weg sind», sagt Franziska Jutzi. Das dauere schätzungsweise noch eine Woche. Alles, was sie bis dahin tun kann, ist, den Staubsauger zu nehmen, die Kolonien aufzusaugen und sie dorthin zu bringen, wo sie vermutlich herkamen: in den Wald.

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